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Verkaufsschlager bei Hindu-Nationalisten: "Mein Kampf"

Verkaufsschlager bei Hindu-Nationalisten: "Mein Kampf"
Ausgabe von Hilters Buch "Mein Kampf" von 1940, Berlin, Deutschland, 16. Dezember 2015.
In Indien findet das Buch "Mein Kampf" unter Nationalisten und Islamhassern reißenden Absatz. Indische Neo-Nazi-Gruppen huldigen der Figur Hitler und unterhalten Naziverbindungen weltweit. Der Hitler-Kult findet sich auch in Schulbüchern und Markennamen wieder.

Hitlers "Mein Kampf" ist in der englischen Version an indischen Flughäfen, in Buchläden, Online und in einer billigen Kopierversion an Straßenständen erhältlich. Im Jahr 2002 ergab eine Untersuchung in Indien, dass sich 17 Prozent der Bevölkerung ein Regierungsoberhaupt wie Hitler wünschten. Die Faszination findet sich auch in Markennamen von Restaurants, Bekleidungs- und anderen Einzelhandelsgeschäften wieder. 

Die Swastika, welche auf Gebäuden und öffentlichen Dokumenten in Indien wiederzufinden ist, soll eine gute Zukunft verheißen. In den sozialen Medien wird Hitler als der "indische Swastika-Gott" beschrieben und neben dem Hindu-Gott Vishnu gesetzt.

Flüchtlinge aus Rohingya während der Verteilung von Proviant in einem Flüchtlingslager in Bangladesch.

Auch das indische Erziehungswesen förderte den Hitler-Kult. Im Jahr 2004 wurden Schulbücher für Zehntklässler veröffentlicht, die den Faschismus und Hitler glorifizierten. Die Kapitel trugen Überschriften, wie: "Hitler, der Übermächtige" und "Internationale Errungenschaften der Nazis". Ein Auszug des Textbuchs, das im Staat Nadu im tamilischen Teil Indiens veröffentlicht wurde: 

Hitler brachte der deutschen Regierung Prestige und   Würde. Er setzte die Strategie der Opposition gegenüber den jüdischen Menschen um und setzte sich für die Vormacht der deutschen Rasse ein. 

Aber "Mein Kampf" in Indien befriedigt nicht nur das faschistische Gedankengut einiger Nationalsozialisten, es zählt auch zur Pflichtlektüre von Wirtschaftsstudenten. Es stelle die Errungenschaften eines kleinen, deprimierten Mannes dar, der im Gefängnis eine Strategie zur Eroberung der Welt formte. Innerhalb eines Jahres soll der indische Verlag Crossword 25.000 Bücher verkauft haben. 

Zu den nationalistischen Gruppierungen zählt die Partei Shiv Sena. Deren Parteichef Bau Thackeray bediente sich des Hitlerbeispiels und forderte einen Hitler für Indien. Er ging so weit, Hindus aufzufordern, Muslime durch Selbstmordanschläge zu töten. Die Anhänger von "Mein Kampf" in Indien ersetzen das Wort Jude durch Moslem. Gewalt gegen Muslime gibt es in Indien seit der Teilung im Jahr 1947. Im Jahr 2002 wurden 1.000 Menschen, zum Großteil Muslime, in den "Gujarat"-Ausschreitungen getötet. Der indische Premierminister Modi versäumte es, die Lynchmorde zu verurteilen. 

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