Peking rechnet mit baldigem Krieg und baut Flüchtlingscamps an chinesisch-nordkoreanischer Grenze

Peking rechnet mit baldigem Krieg und baut Flüchtlingscamps an chinesisch-nordkoreanischer Grenze
Nordkoreanische Soldaten patrouillieren an der Grenze nahe der nordkoreanischen Stadt Sinuiju, Nordkorea, 31. März 2017.
China hat sich für den Ernstfall gerüstet und baut Flüchtlingscamps an der Grenze Nordkoreas. Die Regierung Pekings fürchtet Unruhen im eigenen Land durch die Massenflucht aus Nordkorea. Die Pläne wurden durch einen Leak der staatlichen Telekommunikationsfirma Chinas bekannt.

Gemeinsam mit Russland verurteilt China die nordkoreanischen Atomwaffenambitionen. Aber Peking forderte Washington und Pjöngjang gleichermaßen auf, sich zu mäßigen und einen diplomatischen, friedlichen Weg zu finden, um eine drohende Eskalation in der Region zu verhindern. Nordkoreas Forderung hingegen ist der sofortige Stopp amerikanisch-südkoreanischer Militärmanöver, in denen der Krieg gegen ihr Land geprobt wird. Sobald dies geschehe, sei Nordkorea bereit für den Dialog und einen anderen Weg zu wählen.

Jeden nordkoreanischen Raketentest beantwortet das südkoreanische Militär gemeinsam mit den US-Amerikanern mit Aufrüstung und Militärübungen. Ein Teufelskreis. Nordkorea hatte immer wieder gesagt, dass auch Sanktionen das Land nicht von seinem Kurs abbringen könnten, denn erst die Atomwaffen würden vor einer Invasion schützen.

US-amerikanische Militärflugzeuge im südkoreanischen Pyeongtaek am 3. Dezember 2017.

Für China bedeutete das die Notwendigkeit einer Vorbereitung für den Kriegsfall. Die Bauvorhaben von Flüchtlingslagern zeigen auf, wie China die derzeitige Lage auf der koreanischen Halbinsel bewertet. 

Die Auffanglager für nordkoreanische Flüchtlinge werden in der Verwaltungsregion Changbai und der Provinz Jilin an der nordöstlichen Grenze errichtet werden. Das wurde durch ein öffentlich gewordenes Dokument China Mobiles bekannt und tauchte im sozialen Netzwerk Weibo auf. Die Region Jilin befindet sich unweit des Testgebiets für nordkoreanische Atomwaffen. Der chinesische Außenminister Lu Kang wurde auf das Dokument angesprochen. In einer knappen Antwort sagte er, er habe diese Berichte nicht gesehen, dementierte sie jedoch auch nicht. Aus dem Dokument geht hervor, dass die Regierung des Changbai Verwaltungsbezirks die Bauorte am 2. Dezember besuchte: 

Weil sich die Situation an der chinesisch-nordkoreanischen Grenze intensiviert hat, wird der Verwaltungsbezirk von Changbai fünf Flüchtlingslager in Changbai errichten lassen. 

Die ausgewählten Landstriche gehören der Regierung. Genannt wurden im Speziellen die Städte Tumen und Hunchun als Orte für die Flüchtlingslager. Seit 20 Jahren kommen hier nordkoreanische Flüchtlinge an.

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Für nordkoreanische Flüchtlinge gilt in China bisher, dass Behörden sie wieder nach Nordkorea abschieben. Dort müssen sie mit Strafen und Internierung in Arbeitslagern rechnen. Die Geflüchteten versuchen, sich unerkannt in China aufzuhalten, um über Südostasien nach Südkorea zu gelangen. In Südkorea angekommen müssen sie sich zunächst Interviews und Untersuchungen stellen, bis sie von den südkoreanischen Behörden auf den Eintritt in die südkoreanische Gesellschaft vorbereitet werden.

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