IWF-Bericht: Chinas Finanzsystem aufgrund steigender Verschuldung "großen Risiken" ausgesetzt

IWF-Bericht: Chinas Finanzsystem aufgrund steigender Verschuldung "großen Risiken" ausgesetzt
Die wachsende Verschuldung der chinesischen Volkswirtschaft, die als zweitgrößte Wirtschaft der Welt gilt, hat Besorgnis aufseiten des Internationalen Währungsfonds (IWF) geweckt. In einem Bericht warnt der Fonds vor großen Risiken und Ungleichgewichten.

Laut dem "Gesundheitscheck" des chinesischen Finanzsystems durch den IWF sind vier Fünftel der Banken des Landes gefährdet, im Falle unvorhergesehener widriger Umstände finanziell ins Schlingern zu geraten. Zwar seien Chinas "Big Four"-Banken mit ausreichend Kapital ausgestattet, große, mittlere und städtische Geschäftsbanken scheinen jedoch "verwundbar" zu sein, erklärt der IWF.

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Die zunehmende Komplexität des Systems habe Risiken für die Finanzstabilität mit sich gebracht. "Das Kreditwachstum übertrifft das BIP-Wachstum, was zu einem großen Kreditüberhang führt", so die Einschätzung der UN-Sonderorganisation. Die Verschuldung der Volksrepublik entspreche nun 234 Prozent seiner Gesamtproduktion.

Die offensichtlichen Hauptziele [der chinesischen Finanzpolitik], die darin bestehen, einen starken Rückgang der lokalen Arbeitsplätze zu verhindern und regionale Wachstumsziele zu erreichen, stehen im Widerspruch zu anderen politischen Zielen wie der Finanzstabilität.

"Garantien für Staatsbetriebe beseitigen"

Der IWF hat allerdings auch anerkannt, dass Präsident Xi Jinping Maßnahmen zur Eindämmung der Risiken ergreift und sich für eine Verbesserung der finanziellen Sicherheit einsetzt. Die Institution fügte hinzu, dass Peking seine Wirtschaftsstrategie weiter anpassen und ein Gremium schaffen solle, das sich ausschließlich auf die Finanzstabilität konzentriert.

An den Börsen verloren chinesische Aktien leicht an Wert und der Yuan gab zum Dollar nach. Spätere Stützungskäufe der Regierung retteten den Aktienindex Shanghai Composite jedoch in letzter Minute wieder ins Plus.

Die Überwachung eines der größten und kompliziertesten Systeme der Welt ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Die chinesischen Behörden haben hart gearbeitet, um mit Wachstum und Innovation Schritt zu halten, aber wie in allen Ländern bleiben viele Lücken bestehen",

so der IWF-Bericht.

Wir empfehlen den Behörden, das BIP-Wachstum abzuschwächen",

sagte Ratna Sahay, stellvertretende Direktorin der IWF-Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte, und fügte hinzu, dass "implizite Garantien für Staatsbetriebe sorgfältig und schrittweise beseitigt werden müssen".

Der IWF hat auch vor der raschen Entwicklung neuer Finanzprodukte gewarnt, die seiner Meinung nach "sehr schnell zu einem großen und populären und potenziell systemischen Risiko werden könnten".