Nordkorea: "US-Militärmanöver führen unausweichlich zum Krieg"

Nordkorea: "US-Militärmanöver führen unausweichlich zum Krieg"
US-amerikanische Militärflugzeuge im südkoreanischen Pyeongtaek am 3. Dezember 2017.
Die gemeinsamen amerikanisch-südkoreanischen Militärübungen sowie jüngste Aussagen aus Washington sprechen dafür, dass die USA einen Angriff auf Nordkorea vorbereiten. Dies meldet die nordkoreanische Agentur KCNA unter Berufung auf das Außenministerium.

Die gemeinsamen südkoreanisch-amerikanischen Militärmanöver und Drohungen der USA mit einem Präventivschlag führen nach Ansicht Nordkoreas unausweichlich zum Krieg. Dies sei eine "feststehende Tatsache", sagte der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums am späten Mittwochabend. Die offene Frage sei jetzt nur noch: Wann wird der Krieg ausbrechen?

Wir wünschen uns keinen Krieg, aber verstecken uns auch nicht davor", erläuterte der Sprecher.

Die Aussagen der US-Amerikaner seien eine Warnung an Nordkorea, dass die Demokratische Volksrepublik Korea sich auf den Krieg vorbereiten müsse. Dieser sei nur eine Frage der Zeit, so das Außenministerium. Das ist nicht die erste Warnung in solcher Rhetorik. Nordkorea hatte bereits am Sonntag gewarnt, das Manöver werde die schon jetzt heikle Situation auf der koreanischen Halbinsel an den Rand des Atomkriegs treiben. 

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Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Nordkorea testete unter Verletzung von UN-Resolutionen Raketen und Atomwaffen, zuletzt eine neue Interkontinentalrakete, deren Reichweite offenbar auch das US-amerikanische Festland umfasst. Rund eine Woche nach diesem Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea haben die USA auch einen Langstreckenbomber zu einer Militärübung in die Region entsandt.

Manöver mit Südkorea soll bis Freitag andauern

Die Maschine vom Typ B-1B startete vom US-Pazifikstützpunkt Guam und flog im Rahmen eines gemeinsamen Manövers über die koreanische Halbinsel, wie die südkoreanischen Streitkräfte am Mittwoch mitteilten. Der Bomber wurde begleitet von Tarnkappen-Kampfjets F-22 und F-35. 

Die USA und Südkorea hatten am Montag ein groß angelegtes Manöver in der Region gestartet, das bis Freitag dauern soll. An der turnusmäßigen jährlichen Übung sollen neben rund 230 Kampfflugzeugen auch 12.000 US-Soldaten teilnehmen.

Der Staatschef Nordkoreas, Kim Jong-un, verfolgt den Start einer ballistischen Rakete am 16. September 2017. Dies war der letzte Test vor jenem am heutigen Tag.

Russische Kritik an den USA

Russland hat den USA vorgeworfen, den Konflikt mit Nordkorea durch Manöver in der Region bewusst anzuheizen.

Erstmals seit dem Ende des Korea-Krieges nehmen 230 Flugzeuge an solch einem Manöver teil. Was erwarten Sie da von Nordkorea? Ist das eine Einladung zum Dialog?", kritisierte der stellvertretende Außenminister Igor Morgulow am Dienstag in Berlin.

Daher habe Nordkorea mit einem weiteren Raketenstart reagiert, nachdem es sich zuvor 75 Tage ruhig verhalten habe. Der Diplomat zeigte sich zudem überzeugt, dass der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un zu Gesprächen bereit ist.

Ich glaube immer noch: Was er macht, ist ein bizarrer Versuch, uns alle zum Dialog einzuladen.

Kim wolle von den USA Sicherheitsgarantien und direkte Verhandlungen. Dies könnte das Misstrauen in der Region abbauen. "Wir sind bereit, diesen Prozess zu erleichtern", versicherte Morgulow. Zudem sei Russland bereit, seinen Einfluss auf die Regierung in Pjöngjang geltend zu machen.