Ostasien-Meisterschaft: Nordkoreanische Fußballerinnen mit Begeisterung in Tokio empfangen

Ostasien-Meisterschaft: Nordkoreanische Fußballerinnen mit Begeisterung in Tokio empfangen
Nordkoreanische Fußballerinnen treffen am Haneda-Flughafen in Tokio ein; Japan, 5. Dezember 2017.
Am Dienstag trafen in Tokio Damen- und Herrenfußballteams aus Nordkorea zur EAFF-Ostasien-Meisterschaft ein. Mit wehenden Nordkorea-Fahnen wurden die Sportler bei ihrer Ankunft begrüßt. Die Fußballerinnen waren einheitlich in roten Mänteln gekleidet.

Personen aus Nordkorea ist die Einreise nach Japan untersagt. Für die anstehenden EAFF E-1 Fußballmeisterschaften hat man von diesem Verbot abgesehen, welches mit Pjöngjangs Raketen- und Nuklearwaffenprogramm begründet wird. Die Ostasienmeisterschaften waren im Jahr 2003 aus dem früheren Dynasty Cup hervorgegangen. 

Bei dem Turnier treten diesmal Teams aus Japan, China, Südkorea und Nordkorea gegeneinander an. Seit 2005 finden die alle zwei bis drei Jahre abgehaltenen Wettkämpfe für Männer- und Frauenmannschaften zeitgleich statt. Die diesjährigen Spiele beginnen am Freitag. 

Die japanische Zeitung Mainichi beschrieb das Einreiseverfahren für die nordkoreanischen Damen- und Herrenfussballmannschaft als sehr langwierig. Willkommen geheißen wurden die Nordkoreaner von "ethnischen Koreanern, die in Japan leben und gegenüber Pjöngjang positiv gestimmt sind", so die Mainichi-Zeitung. Dass die Jubelnden nordkoreanische Fahnen in den Händen hielten, schrieb die japanische Zeitung nicht. Es habe sich um "koreanische Flaggen" gehalten, hieß es, obwohl das Titelbild des Artikels selbst anderes aussagte. 

Ein Auftritt der Band Moranbong während eines Parteikongresses in Pjöngjang, Nordkorea, 11. Mai 2016.

In Südkorea ist es verboten, die nordkoreanische Flagge öffentlich zu präsentieren. Während der asiatischen Incheon-Spiele 2014 durfte die nordkoreanische Flagge nur innerhalb des Stadiums gezeigt werden, um die Athleten zu unterstützen. Japan sieht sich unter dem Eindruck der Raketentests aus Pjöngjang als potenzielles Angriffsziel Nordkoreas und will gegen das Land aufrüsten. Die Medien unterstützen das Bild einer Gefahr für die japanische Bevölkerung. Aber auch in Japan gibt es Fans Nordkoreas. Gegründet vom japanischen Online-Star "Chunhun", nennen sie sich "Sengun Joshi" (Militärmädchen). Immer wieder würde ihnen das Interesse an Nordkorea zur Last gelegt und ihnen vorgeworfen, Spioninnen zu sein, klagen sie. Aber ihr Interesse gelte nur der Musik, Kultur, Kunst und Lebensart. Die Kostüme und nordkoreanischen Produkte, die sie für ihr Hobby benötigen, beziehen sie aus der chinesischen Grenzstadt Dandong. 

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