Impfstoff gegen Dengue-Fieber aus Frankreich könnte philippinische Kinder krank machen

Impfstoff gegen Dengue-Fieber aus Frankreich könnte philippinische Kinder krank machen
Eine Mutter betet am Bett ihres an Dengue-Fieber erkrankten Kindes in Phnom Penh, Kambodscha, 4. Juli 2007.
Die philippinische Regierung untersucht einen Impfstoff, der zu Gesundheitsrisiken führen könnte. Hersteller ist die französische Firma Sanofi. Einen Impfersatz gibt es nicht. Laut WHO ist die Hälfte der Weltbevölkerung durch Dengue-Fieber bedroht. Besonders für Kinder kann die Krankheit tödlich enden.

Übertragen durch die Gelbfiebermücke (Aedes Aegypti) und der Asiatischen Tigermücke ist die Krankheit besonders im tropischen und subtropischen Raum verbreitet. Umgangssprachlich auch als Knochenbrecher- oder Siebentagefieber bezeichnet, handelt es sich um ein RNA-Virus aus der Familie der Flaviviren. Die Weltgesundheitsorganisation ist besorgt und bewertet die Krankheit als eine "sich ausbreitende Krankheit". Die Symptome ähneln denen einer schweren Grippe mit möglicher Todesfolge. Besonders bei Kindern ist die Gefahr hoch, den Folgen des Dengue-Fiebers zu erliegen. Die Philippinen wollten 730.000 Kinder durch einen Impfstoff schützen, der jetzt zum Risiko wird. Einen Impfersatz aber gibt es nicht. 

Fast 115.000 Dengue-Fälle in Sri Lanka - 315 Tote

Der Impfstoff "Dengvaxia" von der französischen Firma Sanofi wirkt gegen alle vier Varianten des Virus und sollte einen Impfschutz von 93 Prozent garantieren. Es kommt bei Menschen zwischen neun und 45 Jahren zum Einsatz und wurde zuerst Ende 2015 zugelassen. 

Es ist der erste zugelassene Impfstoff. Er wurde in Argentinien, Bangladesch, Bolivien, Brasilien, Kambodscha, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Indonesien, Malaysia, Mexiko, Paraguay, Peru, Singapur, Thailand und Venezuela erlaubt. Eine Studie der Firma zeigte auf, dass die Impfung mit "Dengvaxia" bei Erstinfizierungen ein Risiko darstellt: 

Für diejenigen, die mit dem Dengue-Virus zuvor noch nicht infiziert wurden, ergab die Analyse, dass langfristig mehr Fälle schwerer Erkrankungen nach der Impfung auftreten könnten, wenn es zu einer erneuten Infektion kommt." 

Am Montag hieß es in einer Presseerklärung von Seiten Sanofis, dass es bisher zu keinen Todesfolgen im Zuge der Vakzination gekommen sei. Ruby Dizon, medizinische Direktorin der Firma: 

Soweit wir erkennen, sofern wir im Bilde sind, gibt es keine Berichte über Ableben, die in Verbindung mit unserer Impfung stehen. Natürlich gehen wir sicher, dass wir die Arbeit mit der Gesundheitsabteilung in der Überwachung und der Zusammenarbeit weiterführen."

Der Sprecher des Präsidenten Harry Roque versuchte derweil die Bürger zu besänftigen: "Die Menschen sollten wegen der Impfungen nicht panisch werden." Die WHO empfiehlt nun, dass der französische Impfstoff nur bei Personen angewandt wird, von denen bekannt ist, dass sie bereits eine Infektion durchlaufen haben, um das Risiko zu mindern. Eine verlässliche Zahl weltweiter Dengue-Infektionen gibt es nicht. Es soll sich um hunderte Millionen von Ansteckungen jährlich handeln. Die Krankheit tritt heute in mehr als 100 Ländern auf.

Auch Europa ist betroffen. Die Asiatische Tigermücke oder Denguemücke breitet sich auch hier aus. Im Jahr 2010 wurden zum ersten Mal Ansteckungen in Frankreich und Kroatien bekannt. Zwei Jahre später kam es zu einem Ausbruch der Krankheit auf der portugiesischen Insel Madeira. Rund 2.000 Menschen erkrankten an dem Virus. Für 2,5 Prozent der Infizierten endet die Ansteckung tödlich. Rund 500.000 müssen stationär behandelt werden. Die Symptome sind hohes Fieber, begleitet von starken Kopfschmerzen, pochenden Schmerzen hinter den Augen, Muskelschmerzen, Schwindel und Erbrechen. Manchmal halten Hautausschläge zwischen zwei Tagen und einer Woche an. Bisher gibt es keine heilende Behandlungsmethode.