Lawrow nach neuen US-Drohungen: Washington sucht nur Vorwand für Vernichtung Nordkoreas

Lawrow nach neuen US-Drohungen: Washington sucht nur Vorwand für Vernichtung Nordkoreas
Der russische Außenminister Sergej Lawrow am 30. November 2017 in Minsk.
Nach Nordkoreas jüngstem Raketentest drohen die USA im UN-Sicherheitsrat mit einer vollständigen Blockade. Auch der Botschafter Deutschlands soll auf Wunsch der USA das Land verlassen. Doch Russland und Deutschland setzen weiterhin auf diplomatische Lösungen.

Nach Nordkoreas jüngstem Test einer Langstreckenrakete wollen die USA den Druck auf das ostasiatische Land ins Unermessliche erhöhen. Zusätzlich zu den bereits von den UNO verhängten Sanktionen sollten nun alle Länder ihre Beziehungen zu Nordkorea unterbrechen, so die US-Vertreterin der USA, Nikki Haley.

Insbesondere China müsse sich der vollständigen Blockade Nordkoreas anschließen und seine Öl-Lieferungen in den Nachbarstaat einstellen. Sollte dies nicht geschehen, "werden wir die Situation in unsere eigenen Hände nehmen", so Haley.

Ebenso wie zuvor die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, forderte sie die UN zudem dazu auf, Nordkorea die Stimmrechte in dem Gremium zu entziehen. Die Staaten der Welt sollten außerdem ihre nordkoreanischen Arbeitskräfte des Landes verweisen, um damit eine der potenziellen Finanzierungsquellen für Raketentests zu kappen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Die US-Botschafterin im UN-Sicherheitsrat, Nikki Haley, blickt skeptisch auf ihren chinesischen Kollegen Wu Haitao, während dieser die chinesische Position zur Korea-Krise erläutert.

Während ihres Presseauftritts am Mittwoch bekräftigte Haley die Forderung nach einem Abzug der Botschafter mit einem Appell an Deutschland:

Ruft euren Botschafter zurück.

Der US-amerikanische Präsident bezeichnete den nordkoreanischen Staatschef in einer Rede, die eigentlich einem anderen Thema gewidmet war, als "kranken jungen Hund".

Deutsche Botschaft als "Anker des Westens in Pjöngjang"

Weder Deutschland noch China und Russland wollen sich jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt den Forderungen der Amerikaner beugen.

Ein Mitglied der 77. Bomberstaffel der US-Airforce bei der Verladung von 82 Bomben in einen B-1B Bomber auf der Luftwaffenbasis Fairford.

Der Aufforderung der Botschafterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, unseren deutschen Botschafter aus Nordkorea zurückzuziehen, sollten wir nicht folgen", sagte der transatlantische Koordinator der Bundesregierung, Jürgen Hardt, der auch außenpolitischer Sprecher der Union ist.

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In diesem Zusammenhang plädierte er erneut für eine diplomatische Lösung. Dabei könnten sich die Europäer nicht alleine auf die chinesische oder die russische Botschaft in Nordkorea verlassen.

Es ist gut, dass Europa und damit der Westen mit der deutschen Botschaft einen Anker in Pjöngjang hat", sagte er.

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebesnja rief in der Sitzung des UN-Sicherheitsrates alle Seiten des Konflikts erneut zur Mäßigung auf. Den jüngsten nordkoreanischen Test bedauerte er. Gleichzeitig warnte er die USA und ihre Verbündete, die Situation durch geplante Manöver im Dezember zu verschärfen. "Nur energische und konsequente diplomatische Arbeit" könne die Krise in den Griff bekommen, so Nebesnja.

Er sagte auch, dass Russland trotz seiner Kritik an Nukleartests mit Nordkorea in keinem Konflikt stehe und deshalb auch keine bilateralen Beziehungen mit dem Nachbarland abbrechen werde.

Feierlichkeiten zum 105. Geburtstag des Staatsgründers Kim II Sung am 14. April 2017.

Lawrow: Wollt ihr Nordkorea vernichten?

Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigte Unverständnis bezüglich der Verschärfung der Rhetorik gegenüber Nordkorea vonseiten der USA.

Wenn die USA einen Vorwand für die Vernichtung Nordkoreas suchen, müssten sie das klar sagen. Moskau wird seine Entscheidung daran messen, was die USA wirklich wollen. Sie sollten uns erklären, worin ihre künftigen Handlungen bestehen werden", sagte Lawrow am Donnerstag bei seinem Besuch in Weißrussland gegenüber den Journalisten.

Das Vorgehen der USA sei geeignet, Nordkorea zu extremen Schritten zu provozieren, fügte er hinzu.

China, der bedeutendste Partner Nordkoreas, hält sich etwas bedeckter. Nach den Andeutungen von Nikki Haley, China könne bezüglich der Blockade Nordkoreas "mehr unternehmen", sagte der chinesische Staatschef Xi Jinping, die Volksrepublik sei bereit, mit den USA bei der Regulierung des nordkoreanischen Problems zusammenzuarbeiten. Dabei betonte er, dass "die Denuklearisierung der gesamten Koreanischen Halbinsel" zu den "unerschütterlichen Zielen Chinas" gehöre.