Bangladesch bewilligt Millionen zur Umsiedlung von Rohingya-Flüchtlingen auf unbewohnte Insel

Bangladesch bewilligt Millionen zur Umsiedlung von Rohingya-Flüchtlingen auf unbewohnte Insel
Rohingya-Flüchtlinge auf dem Naf-Fluss in Teknaf, Bangladesch, 27. November 2017
Die Regierung Bangladeschs stellt 280 Millionen Dollar bereit, um 100.000 Rohingya-Flüchtlinge auf eine unbewohnte Insel umzusiedeln. Im Golf von Bengalen gelegen, gilt diese als Überschwemmungsgebiet. Menschrechts-NGOs hatten die Pläne zuvor kritisiert.

Ein Angriff auf einen Militärstützpunkt am 25. August durch Militante, die sich offenbar aus den Reihen des Volksstammes der Rohingya rekrutiert hatten, hat zu einer Eskalation von Gewalt in Myanmar geführt. Eine der Folgen davon war eine Flüchtlingskrise. Hunderttausende Angehörige der Rohingya, die in Myanmar nicht als Staatsbürger anerkannt werden, machten sich auf den Weg ins Nachbarland Bangladesch.

Die Insel Bhashan Char, auch unter dem Namen Theneger Char bekannt, soll nun künftig 100.000 Rohingya-Flüchtlinge beherbergen. Für rund 280 Millionen Dollar wollen die Verantwortlichen die notwendige Infrastruktur hierfür schaffen. Ein Abschluss des Bauprojekts ist für 2019 geplant.

Myanmar und Bangladesch erzielen eine Einigung

Die Entscheidung für eine Bebauung der Insel fiel nur Tage nach einer Einigung zwischen den Regierungen Myanmars und Bangladeschs über eine Rückkehr der Flüchtlinge nach Myanmar. Im ehemaligen Burma gilt die muslimische Minderheit als staatenlos. Ihre Angehörigen können sich nicht auf die staatsbürgerlichen Rechte regulärer Bürger Myanmars berufen. Gegenüber Behörden, Militärs und Polizei sehen sie sich schutzlos ausgeliefert. 

Schon vor der letzten Gewalteskalation in Myanmar hatten sich 300.000 Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch befunden. Die Insel ist während der Monsun-Zeit von Juni bis September überflutet und gilt als nicht bewohnbar. Die Regierung Bangladeschs weist unterdessen jede Kritik an den Bauplänen für die Insel zurück. Sie alleine könne entscheiden, wie sie das Problem der wachsenden Flüchtlingszahl löse.