Thailand: Mysteriöser Tod eines Armee-Kadetten - Leichnam fehlten Organe

Thailand: Mysteriöser Tod eines Armee-Kadetten - Leichnam fehlten Organe
Pakapong Tanyakan
Als die Eltern den Leichnam ihres 18 Jahre alten Sohnes in Empfang nehmen konnten, fehlten ihm Gehirn, Herz, Magen und Blase. Nun fordern sie Aufklärung. Der Tod des Kadetten wirft ein Licht auf brutale Praktiken beim thailändischen Militär.

Zur Todesursache erklärte die Militärakademie in der Provinz Nakhon Nayok, an der der 18 Jahre alte Pakapong Tanyakan studiert hatte, dieser sei an Herzversagen gestorben. Weitere Einzelheiten gab die Einrichtung gegenüber den Eltern nicht bekannt. Dies weckte ihr Misstrauen, denn der Sohn hatte bereits zuvor von Strafmaßnahmen berichtet, die einer der fortgeschrittenen Studenten an der Akademie durchführen lasse.

Eltern wittern Vertuschungsversuche

Die Mutter des Kadetten, Sukanya, berichtete unter anderem von einer Strafe, infolge derer ihr Sohn eine Herz-Lungen-Reanimation benötigte, nachdem man ihn gezwungen hatte, auf einer Toilette einen Kopfstand zu machen. Papadong befand sich in seinem ersten Ausbildungsjahr. Mit dem nichtssagenden Totenschein für Papadong wollten sich dessen Eltern nicht zufriedengeben. Ihre Popularität sollte ihnen bei ihren Aufklärungsbemühungen nun von Nutzen sein. Bekannt sind sie in Thailand als professionelle Rennfahrer. 

Touristen am Kata Strand in Phuket, Thailand, 22. Juni 2016.

Um dem Verdacht eines Tötungsdelikts nachgehen zu können, täuschten die Eltern erst Behörden und Öffentlichkeit. Am 24. Oktober hätte die Einäscherung des Leichnams stattfinden sollen. Stattdessen aber entwendeten die Eltern den Leichnam ihres Sohnes und brachten ihn zur Autopsie in eine Klinik. Niemand außer ihnen wusste, dass der Sarg zum Zeitpunkt der Einäscherung leer war.

Per aspera ad astra?

Die Autopsie ergab, dass dem jungen Mann Herz, Gehirn, Magen und Blase fehlten. Die leeren Stellen der fehlenden Organe waren mit Taschentüchern befüllt. Seine vierte Rippe und beide Schlüsselbeine waren gebrochen und der Gerichtsmediziner stellte auch Wunden in seinem Bauchraum fest. Noch steht eine Erklärung des Oberbefehlshabers aus.

Im thailändischen Fernsehen präsentierten die Eltern unterdessen ein Tagebuch Pakapongs, welches voll war von Berichten über harte Strafen. In diesem Zusammenhang beschrieb der Kadett auch, in den Bauch geschlagen worden zu sein. Der Prüfungszeitraum vor der Aufnahme an den Militärakademien Thailands dauert Monate an. Es gilt als Privileg, dort studieren zu dürfen. Viele der Absolventen treten später in die Reihen der Regierung ein. Aber dieses Privileg geht offenbar mit einer langen Reihe von Erfahrungen physischer Gewalt einher - gelegentlich mit Todesfolge. 

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