Afghanistan: USA verdreifachen unter Präsident Trump Bombenangriffe auf Taliban - Opium im Fokus

Afghanistan: USA verdreifachen unter Präsident Trump Bombenangriffe auf Taliban - Opium im Fokus
Afghanische Polizisten in der Provinz Herat beim Verbrennen von über vier Tonnen Rauschmitteln wie Opium und Heroin, die zuvor beschlagnahmt worden waren.
Die USA haben im laufenden Jahr drei Mal so viele Bomben auf die Taliban abgeworfen wie noch im Jahr zuvor. Die Islamisten weichen bislang nicht zurück. Die Amerikaner hoffen aber, durch die Zerstörung von Opiumfeldern deren Einkommensquellen zu treffen.

Unter Präsident Donald Trump haben die USA die Zahl ihrer Bombenabwürfe auf mutmaßliche Stellungen der Taliban in Afghanistan massiv erhöht. Laut einem Bericht von NBC News hat die US-Luftwaffe bis zum 31. Oktober dieses Jahres demnach knapp über 3.500 Bomben abgeworfen. Im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres, als es 1.337 Bomben waren, entspricht das knapp einer Verdreifachung, im Verhältnis zum Jahr 2015 sogar fast einer Vervierfachung.

Afghanische Kinder in Kabul, Afghanistan, 11. April 2017

Die Erfolge der Ausweitung der Luftangriffe nehmen sich jedoch bescheiden aus. Laut dem Kommandeur der US-Streitkräfte in Afghanistan, General John Nicholson, ist die Anzahl der von den Taliban kontrollierten Bezirke "ungefähr dieselbe wie im letzten Jahr". Das Analyseportal Long War Journal geht hingegen davon aus, dass mittlerweile vierzig Prozent des Landes von den Taliban kontrolliert werden oder umkämpft sind. Vor zwei Jahren das Taliban-Einflussgebiet nur halb so groß.

General Nicholson hat als Zielvorgabe für die kommenden zwei Jahre ausgegeben, den Lebensraum von achtzig Prozent der Bevölkerung unter die Kontrolle der afghanischen Regierung zu bringen. Er bezeichnete diese Zahl als "kritische Menge", um "den Feind in die Bedeutungslosigkeit" zu treiben.

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Neue Schwerpunktsetzung: Kampf gegen Drogen

Zu diesem Zweck wollen die USA und ihre Verbündeten nun auch verstärkt Luftangriffe auf Opium-Produktionsstätten durchführen. In einer am Montag veröffentlichten Erklärung der NATO-Mission Resolute Support heißt es, man habe innerhalb der vorangegangen 24 Stunden sieben Einrichtungen zur Verarbeitung von Opium sowie eine Kommandozentrale der Taliban angegriffen.

Das sei nur der Auftakt einer Kampagne, um die Taliban "dort zu treffen, wo sie am verwundbarsten sind: an ihren Einnahmequellen". Die Militärs schätzen, dass die Taliban jährlich 200 Millionen US-Dollar aus dem Handel mit opiathaltigen Produkten wie Heron einnehmen. In einem Tweet bestätigte der afghanische Präsident Ashraf Ghani die Luftangriffe auf die Drogen-Produktionsstätten. Darin heißt es zudem: 

Wir sind entschlossen, kriminelle Wirtschaftsstrukturen und den Rauschgifthandel mit aller Kraft zu bekämpfen. Es sind die Hauptquellen für die Finanzierung von Gewalt und Terror.

Anbauflächer weiter gewachsen

Schon lange gilt das zentralasiatische Land als der weltweit größte Opiumproduzent. Laut einem aktuellen Bericht des United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) hat der Anbau der Mohngewächse in diesem Jahr um 87 Prozent im Vorjahresvergleich zugenommen und befindet sich damit auf einem Rekordniveau.

Das Gebiet, in dem die Opiumpflanzen kultiviert werden, hat sich demnach von 200.000 Hektar im vergangenen Jahr auf knapp 330.000 Hektar in diesem Jahr ausgeweitet. Schon im letzten Jahr hatte sich die Anbaufläche deutlich vergrößert.  

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