Japan durch amerikanische Forderungen zum Freihandelsabkommen unter Druck

Japan durch amerikanische Forderungen zum Freihandelsabkommen unter Druck
Donald Trump füttert japanische Kois, Akasaka, Tokio, Japan, 6.November 2017.
Der amerikanische Botschafter erklärte, dass Donald Trump ein mögliches Freihandelsabkommen mit Shinzo Abe in Japan besprochen hat. Japanische Regierungsmitglieder aber widersprechen, dass eine solche Unterredung nie stattfand. Japan steht unter Druck, den amerikanischen Wünschen zu entsprechen.

Das erste Treffen zwischen Donald Trump und seinem japanischen Amtskollegen Shinzo Abe fand in den USA statt. Abe und Trump spielten gemeinsam Golf und Trumps Empfang war herzlich. Ein Bild von einem festen Händedruck machte damals die Runde. Ein für die Japaner unangenehmes Bild der Machtdemonstration. Der neu erblühte Handelszwist zwischen Japan und den USA bestätigt das Bild des übermächtigen Amerikaners, der versucht, in Japan seine Interessen durchzubringen, ungeachtet japanischer Gepflogenheiten und einer Direktheit, auf die es schwer ist, für die Japaner eine entsprechende Antwort zu geben. 

Das Interesse der Japaner an einem Freihandelsabkommen mit den USA ist heute gering. Aus der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) hatten sich die Amerikaner verabschiedet. Nachdem Donald Trump als Sieger aus der Präsidentschaftswahl hervorging, wurde eine Abstimmung von TPP durch die Amerikaner ausgesetzt. Am 23. Januar diesen Jahres folgte die Unterzeichnung eines Dekrets zum Ausstieg aus dem Handelsabkommen. Mitglieder des TPP sind Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. 

Auf einer Pressekonferenz am Freitag sagte William Hagerty: 

Sie diskutierten eine Reihe von Handelsoptionen, ein Freihandelsabkommen miteingenommen." 

US-Präsident Donald Trump während eines Galadinners  in Seoul, Südkorea, 7. November 2017.

Aus amerikanischer Sicht besteht ein unfaires Handelsdefizit mit Japan, so Hagerty. Ein Freihandelsabkommen könnte dies ändern. Die Japaner aber wollen eine abgeänderte Version des aufgekündigten TPPs erreichen. Beim Asia-Pazifik-Forum im vietnamesischen Da Nang war das Ziel der Japaner, das Abkommen ohne die Amerikaner voranzutreiben. Für die Japaner ist eine Umsetzung ein Garant, aus dem Handelsstreit zwischen Japan und den USA als Sieger hervorzugehen und sich vor dem amerikanischen Druck zu schützen. 

Keisuke Hanyuda, Partner der Firma Deloitte Tohmatsu Consulting und ehemaliger Handelsminister, der in die Debatten zum Freihandelsabkommen involviert ist: 

Es gibt keine Vision für Trumps Verhandlungen zum Handel. Das einzige, was für ihn zählt, sind Jobs."

In Vietnam aber durchkreuzten die Kanadier die Pläne der Japaner. Der Minister für internationalen Handel, Francois-Philippe Champagne, sagte, dass Ottawa "sich nicht in ein Abkommen drängen lassen wird, an welchem Kanada kein Interesse hat." 

Luftbild des US-Stützpunkts Camp Schwab, Henoko in Nago, auf Okinawa, Japan, 11. März 2010.

Die japanische Japan Times wähnt Japan unter Druck. Japanische Experten unterstreichen die Debatte, in der Washington Tokio die Richtung diktiert. Junichi Suguwara, Handelsexperte am Mizuho-Forschungsinstitut, rät seiner Regierung, keine Gespräche zu einem bilateralen Freihandelsabkommen abzulehnen.

Der Dialog müsste fortgeführt und die USA von TPP überzeugt werden, sonst könnte es für die Japaner schwer werden. Das Freihandelsabkommen deckt 13 Prozent der weltweiten Wirtschaft ab, vor der Abkehr der Amerikaner waren es 40 Prozent. Innerhalb von zwölf Tagen auf seiner Asienreise besuchte Donald Trump fünf Staaten. In Japan wurde seine Ankunft von Protesten gegen die Aufrüstung begleitet.