Washington verweigert Wiederaufnahme von Umweltuntersuchungen auf US-Stützpunkten in Japan

Washington verweigert Wiederaufnahme von Umweltuntersuchungen auf US-Stützpunkten in Japan
Luftbild des US-Stützpunkts Camp Schwab, Henoko in Nago, auf Okinawa, Japan, 11. März 2010.
Seit dem Jahr 2014 hat es keine Umweltuntersuchungen durch Japaner auf amerikanischen Militärstützpunkten gegeben. Besonders Okinawa fordert die Wiederaufnahme der Untersuchungen zum Schutz von Mensch und Natur. Aber bisher fehlt die Zustimmung der Amerikaner.

Berichten zufolge haben Treffen des japanisch-amerikanischen Komitees nicht zugelassen, dass eine Wiederaufnahme von Umweltuntersuchungen amerikanischer Stützpunkte stattfinden kann. Die Öffentlichkeit sollte hiervon nichts erfahren. Aber eine Forderung der Öffentlichmachung durch die Regierung Okinawas brachte den Skandal ans Licht.

Opfer von Agent Orange in Na Dang Stadt, Vietnam, 16. Juni 2011.

Das Komitee besteht aus japanischen Bürokraten und Vertretern des US-Militärs. Das japanische Umweltministerium entzieht sich bisher einer Stellungnahme. Die letzten Tests auf US-Stützpunkten fanden im Jahr 2014 statt. Danach wurde lediglich das Umfeld nahe der US-Stützpunkte untersucht. Der Leiter des Ministeriums für Umwelt, Teruyoshi Hayamizu

Wir werden sicherstellen, dass unsere Inspektionen mit vorherigen Inspektionen vor Ort vergleichbar sind, indem wir uns einer kreativen Gutachtenerstellung bedienen. 

Wie diese kreative Gutachtenerstellung ohne Zugang zu den US-Stützpunkten aussehen soll, gab Teruyoshi nicht an. 

Das Projekt zur Information der Öffentlichkeit auf Okinawa (IPP) kritisiert über die Direktorin Masami Kawamura: 

Japan wurde das Recht abgesprochen, zu Militärstützpunkten Zugang zu erhalten, was zu einer Regression von Umweltschutzgesetzen führt. Auch problematisch ist, dass weder die zentrale japanische Regierung, noch die Regierung der Präfektur Okinawas Informationen veröffentlichten, obwohl das einen großen Teil mit den Leben der Anwohner zu tun hat. 

Die Geschichte des amerikanischen Militärs, besonders auf dem Idyll Okinawa, rund zweieinhalb Flugstunden von der japanischen Hauptstadt entfernt, ist gespickt von Umweltschäden durch die erhöhte Militärpräsenz. Untersuchungen zum Schutz der Umwelt auf Okinawa begannen im Jahr 1978. Regelmäßig wurden zu Beginn Wasser und Luftqualität gemessen. Bei einem Umweltverstoß wurde die japanische Regierung informiert und anschließend eine Bitte für Gegenmaßnahmen durch das gemeinsame Komitee einberufen. Im Jahr 1993 trat Benzin auf der Yokota-US-Luftwaffenbasis aus und führte zu Verunreinigungen des Erdreichs in sieben Gemeinden Tokios.  

Der abgestürzte Transporthelikopter der US-Armee CH-53E im Dorf Higashi auf Okinawa, Japan 12. Oktober 2017.

Auf Okinawa wurde die regionale Regierung mit den Tests beauftragt. Im Jahr 2012 entdeckte man im Abwasser einer Wohn- und Erholungsstätte amerikanischer Soldaten und ihrer Angehörigen im Dorf Kunigami Kohlibakterien. Im Folgejahr traten die gleichen Bakterien im Abwassersystem der amerikanischen Luftwaffenbasis Futenma südlich von Okinawa auf. 

Ein Sprecher der Präfektur Okinawas kritisiert die Hinderung an Untersuchungen vor Ort: 

Verunreinigtes Wasser wird verdünnt, indem es in die Flüsse auf den Militärstützpunkten gelangt. Tests außerhalb der Basis durchzuführen bringt nichts. 

Vor zwei Jahren unterzeichneten die japanische und die amerikanische Regierung ein Abkommen, wonach Japan Zugang zu Gebieten erhält, die innerhalb von sieben Monaten an die japanische Regierung zurückfallen. Aber der Zugang zu den US-Stützpunkten wird nur nach Abwägungen des US-Militärs dann erlaubt, wenn es zu Unfällen kommt, die der Umwelt schaden.