Anschlag auf Fernsehsender in Afghanistan - "Islamischer Staat" bekennt sich zum Angriff

Anschlag auf Fernsehsender in Afghanistan - "Islamischer Staat" bekennt sich zum Angriff
Ein afghanischer Fernsehsender hat am Dienstagmorgen seine Sendung unterbrochen. Zuvor hatten Berichten zufolge bewaffnete Männer eine Explosion herbeigeführt und unter Anwendung ihrer Schusswaffen das Büro des Senders in Kabul gestürmt.

Bei dem Angriff, zu dem sich der "Islamische Staat" bekannte, starben mindestens eine Sicherheitskraft und eine Mitarbeiterin.

Der Anschlag richtete sich gegen den afghanischen Fernsehsender Shamshad TV im Zentrum von Kabul. Der Kanal hat kurz nach dem Angriff am Dienstag aufgehört, zu senden. Es ist nicht klar, wie viele Menschen starben oder Verletzungen davontrugen; Krankenwagen und Sicherheitskräfte sind mittlerweile in der Gegend eingetroffen.

Angreifer tarnten sich mit Polizeiuniformen

Ein Angestellter bei Shamshad TV erzählte TOLOnews, dass die Angreifer Polizeiuniformen trugen. Sie verschafften sich Zugang zum Gebäude, indem sie das Zugangstor des Senders in die Luft sprengten.

Die Bewaffneten verbarrikadierten sich im Fernsehsender. Sie warfen Geschosse, Granaten und Raketen von innen", berichtete Al-Jazeera-Reporterin Jennifer Glasse aus Kabul.

Wachen konnten einen der Angreifer töten, weitere Sicherheitskräfte sahen sich mit den Terroristen in eine Schießerei verwickelt, teilte ein Sicherheitsbeamter Reuters mit.

Stragetischer US-Langstreckenbomber B1-B

Die Taliban haben kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls jede Beteiligung an dem Angriff abgestritten, schreibt das Nachrichtenportal TOLO News. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte sich später zu dem Angriff. Die Organisation lieferte jedoch keine Beweise für ihre Beteiligung, schreibt Reuters und zitiert die Propaganda-Nachrichtenagentur des IS, Amaq.

Journalisten in Afghanistan zunehmend unter Beschuss

Ein Beamter des Innenministeriums sagte, dass die Sicherheitskräfte sich zwischenzeitlich zurückziehen mussten, als die Angreifer Raketen abfeuerten. Berichten zufolge evakuierten die Schutzeinheiten mehr als 20 Mitarbeiter aus dem Fernsehsender, aber mindestens eine Mitarbeiterin starb bei dem Versuch, zu fliehen.

Lokale Medien schreiben, dass Sicherheitskräfte den Fernsehsender inzwischen eingenommen haben. Al Jazeera erklärte unter Berufung auf Quellen vor Ort, dass die Belagerung eine Stunde andauerte. Genaue Berichte über Verluste gibt es bis dato nicht. Auch Abed Ehasas, der Direktor von Shamshad TV, soll zu den Verletzten gehören.

Journalisten sehen sich in Afghanistan einer zunehmenden Bedrohungslage gegenüber. Im Mai starben mindestens sechs Journalisten bei einem Anschlag auf einen Fernseh- und Radiosender in der östlichen Stadt Dschalalabad. Bereits im Jahr 2016 kamen bei einem ähnlichen Zwischenfall 13 Journalisten ums Leben.