Japan im Trump-Fieber: Zwischen Sicherheitsvorkehrungen und Protesten

Japan im Trump-Fieber: Zwischen Sicherheitsvorkehrungen und Protesten
Proteste gegen den Besuch von Donald Trump in Japan vor der US-amerikanischen Botschaft in Tokio, 3. November 2017.
Die Tochter des US-Präsidenten machte vor Ankunft ihres Vaters in Japan den Auftakt. In Tokio sprach sie über Frauenförderung, während sich vor der US-Botschaft Demonstranten gegen eine Militarisierung Japans und eine mögliche Verfassungsänderung einfanden.

Der Publikumsandrang blieb überschaubar, als die Tochter des US-Präsidenten, Ivanka Trump, sich in einer Rede in Tokio zu Frauenthemen äußerte. Polizistinnen schützten die Veranstaltung, die im Vorfeld des Präsidentenbesuchs der PR dienen sollte. Die Rede von Ivanka im Rahmen der World Assembly for Women sollte der Visite Glamour verleihen und Shinzo Abes Bekenntnis zu einer japanischen Gesellschaft untermauern, in der die Frauen "glänzen" können.

Kritiker Abes sehen in diesen Worten wenig Grund zur Freude. Es fehle an Reformen, die die Chancengleichheit für japanische Frauen verbessern und diese den Männern in Beruf und Gesellschaft gleichstellen würden. In einem internationalen Vergleich zur Geschlechtergleichheit nimmt Japan den 114. Platz von 144 Ländern ein. Für Fragen von Journalisten stand die Präsidententochter nach ihrer Rede nicht mehr zur Verfügung. 

Dass sich nur so wenige Menschen zu der Ansprache Ivankas einfanden, obwohl in Japan ein Feiertag war, führt die japanische Presse auf geringe Sympathien zu Donald Trump zurück. Weniger als ein Viertel der japanischen Bevölkerung setzen Vertrauen in den derzeitigen US-amerikanischen Präsidenten. 

Trump unterstützt Abes Agenda der Aufrüstung

Am 5. November wird Donald Trump mit seiner Frau Melania in Japan eintreffen und dort für drei Tage weilen. Schon vor seiner Ankunft kam es zu Protesten gegen Trump und eine mögliche Aufrüstung Japans: 

Der japanische Premierminister Shinzo Abe konnte sich in Neuwahlen deutlich durchsetzen und so eine weitere Amtszeit sichern. Für ihn ist Donald Trump der wichtigste Partner in seinem Ziel einer Remilitarisierung seines Landes. Vor dem Antritt seiner Reise sprach Trump in einem Interview von einer "Kämpfernation" in Bezug auf Japan - eine Aussage, die Shinzo Abe in seinen Ambitionen fördert.

Japanischer Premierminister Shinzo Abe beim Golfspiel in der japanischen Präfektur Yamanashi, 16. August 2015.

Abe strebt eine Verfassungsänderung an, weg vom pazifistischen Japan der Nachkriegsära, hin zu einer militärisch starken Nation. Japanische Nationalisten träumen bereits von vergangenen Tagen einer japanischen Großmacht. An den Wochenenden fahren sie durch Tokio mit schwarzen Lieferwagen und beschallen auch mit Vorlieben Ausländerviertel mit nationalistischem Liedgut. 

US-Präsident wird für 12 Tage in Asien bleiben

In den sozialen Medien erinnerten sich Nutzer an die erste Begegnung zwischen Donald Trump und Shinzo Abe. Der feste Händedruck zwischen Trump und Abe wurde für einige zum Anlass für Kritik. 

Fast 21.000 Polizisten werden in und um Tokio im Einsatz sein, um die Sicherheit des US-Präsidenten zu gewährleisten. Beim Besuch Barack Obamas im Mai 2016 waren es 16.000. Während Trumps Besuch steht auch eine Audienz im japanischen Kaiserhaus und ein Golfspiel mit dem japanischen Premierminister auf der Agenda. Insgesamt 12 Tage lang wird Trump in Asien weilen. Im Fokus der Reise steht der Konflikt um die koreanische Halbinsel. Nach Tokio wird der US-Präsident Seoul, Peking, Da Nang in Vietnam, Hanoi und Manila besuchen.