Südkorea: Nein zu weiteren THAAD-Lieferungen und keine militärische Allianz mit den USA und Japan

Südkorea: Nein zu weiteren THAAD-Lieferungen und keine militärische Allianz mit den USA und Japan
Die Lieferung des amerikanischen THAAD-Raketenabwehrsystems hatte zu schweren wirtschaftlichen Verwerfungen zwischen China und Südkorea geführt, nachdem China südkoreanische Firmen boykottiert hatte. Nun will Seoul von weiteren Stationierungen Abstand nehmen.

Die Entwicklungen der letzten Monate rund um die koreanische Halbinsel waren geprägt von militärischen Manövern der Amerikaner und Südkoreaner gegen die Bedrohung aus Nordkorea. Ein verbaler Schlagabtausch zwischen Pjöngjang und Washington ließ einen Krieg immer weiter in greifbare Nähe rücken. Die US-Regierung brachte neue Sanktionen auf den Weg, die Pjöngjang von seinem Raketenprogramm abbringen sollten.

Südkoreanische und US-amerikanische Soldaten in der Demilitarisierten Zone (DMZ), Südkorea, 27. Juli 2017.

Die Lieferung des US-amerikanischen THAAD-Systems im vergangenen Frühjahr hatte in Südkorea zu Protesten von Anwohnern geführt. Die Volksrepublik China entfernte sich vom Handelspartner Südkorea. Ein Landtausch hatte die Aufstellung des Raketenabwehrsystems möglich gemacht.

Moon Jae-in will Verhältnis zu China normalisieren

Der vormalige Inhaber des Grund und Bodens, der Lotte-Konzern, musste für dieses Geschäft büßen. Aus China folgte ein Boykott des bedeutenden Mischkonzerns. Lotte-Firmenstandorte in China mussten schließen, in Südkorea blieben chinesische Touristen den Läden fern. Nun bemüht Südkorea sich um eine Versöhnung mit dem chinesischen Nachbarn. Moon Jae-in, der südkoreanische Präsident, betont mittlerweile nicht mehr nur die Verbindungen zu den USA und Japan, sondern auch die zu China und Russland. Alle, so der Präsident, hätten das gleiche Ziel einer friedlichen Lösung auf der koreanischen Halbinsel.   

Am Montag erklärte die südkoreanische Außenministerin Kang Kyung-wha, dass das Land keine weiteren THAAD-Lieferungen erlauben will und sie erklärte darüber hinaus, ihre Regierung habe kein Interesse an einer militärischen Allianz mit den USA: 

Wir ziehen keine weiteren THAAD-Lieferungen in Betracht. 

Sicherheitskooperation ja - Militärallianz nein

Quelle:  Screenshot: stimmekoreas / YouTube

Auch werde ihr Land nicht am amerikanisch geführten Netzwerk zur Raketenabwehr teilnehmen: 

Es gibt keine Veränderung unserer Haltung, wir werden nicht am US-MD-Netzwerk teilnehmen. Lassen Sie mich hier sehr deutlich werden. Wie ich bereits mehrmals erklärt habe: Bei dem THAAD-System handelt es sich um ein Verteidigungsmittel, das nichts mit den MDs zu tun hat. 

Eine militärische Allianz zwischen Seoul, Washington und Tokio wird es nicht geben, so Kang: 

Die Sicherheitskooperation zwischen Südkorea, den USA und Japan bewegt sich innerhalb des Rahmens effektiver Abschreckung und Gegenwehr angesichts nordkoreanischer Nuklear- und Raketenbedrohung. Sie wird sich nicht in eine militärische Allianz entwickeln. 

Im Wege eines diplomatischen Dialogs zwischen Washington und China wolle Südkorea eine Lösung zu Nordkorea suchen.