Bangladesch will Flüchtlingspopulation der Rohingya durch Sterilisation eindämmen

Bangladesch will Flüchtlingspopulation der Rohingya durch Sterilisation eindämmen
Rohingya im Flüchtlingscamp Kutupalong, Cox's Bazar, Bangladesch, 27. Oktober 2017.
Mehr als 600.000 Flüchtlinge der Rohingya sind aus Myanmar nach Bangladesch vor Gewalt und Enteignung geflohen. Bangladesch kann der Versorgung nicht nachkommen, die Flüchtlingslager sind überfüllt. Ein Bezirksleiter bat die Regierung Bangladeschs Sterilisationen durchzuführen.

Pintu Kanti Bhattacharjee, Leiter für Familienplanung im Bezirk Cox Bazar, wo die Flüchtlingslager der Rohingya liegen, kritisiert mangelnde Verhütungsmaßnahmen unter der Flüchtlingsgruppe. Große Familien unter den Rohingya seien die Norm. Einige der Eltern hätten bis zu 19 Kindern und viele der Rohingya-Männer mehrere Frauen. 

Demnach seien Verhütungsmittel ausgegeben worden, welche die Rohingya aber nicht benutzen wollten. Bhattacharjee und seine Organisation wandten sich daher an die Regierung, mit der Bitte Sterilisationen zuzulassen: 

Die Sterilisation der Männer ist der beste Weg die Bevölkerungszahlen zu kontrollieren. 

Seit Jahren unterhält Bangladesch ein erfolgreiches Sterilisationsprogramm für die eigene Bevölkerung. 28 Dollar erhält jeder Mann, der sich sterilisieren lässt. Jeden Monat lassen sich in einer Stadt die an die Region Cox Bazar angrenzt, etwa 250 Männer sterilisieren. Um diese Maßnahme auf die Flüchtlinge auszuweiten bedarf es jedoch der Zustimmung eines Komitees unter der Leitung des Gesundheitsministers. 

Farhana Sultana, Freiwillige Helferin in einem der Flüchtlingscamps in Bangladesch: 

In Rakhine gab es nicht viele Kliniken zur Familienplanung, sie hatten Angst die Regierung Myanmars würde ihnen Medizin verabreichen, die ihnen oder ihren Kindern schade. 

Ein Soldat lutscht an einem Lolli, während eine israelische 155 Millimeter Artillerie auf das nördliche Gaza feuert, Israel, 29. Juni 2006.

In Myanmar leben die Rohingya unter täglichen Schikanen. Ihnen werden staatsbürgerliche Rechte aberkannt. Mutmaßliche Übergriffe einiger weniger Radikaler auf eine Polizeistation und Soldaten, entfachten eine erneute Gewaltwelle gegen die muslimische Minderheit. Berichte von Vergewaltigungen, Mord und Folter wurden publik. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP sagten viele der geflüchteten Rohingya, dass sie glaubten, eine große Familie schütze sie in den Flüchtlingslagern. Auch in Myanmar würden etwa schwangere Frauen nicht so schnell zu Opfern von Vergewaltigung durch das Militär.