Pitbull vs. Wildschwein: Traditioneller Wettkampf auf Java sorgt für Empörung bei Tierschützern

Pitbull vs. Wildschwein: Traditioneller Wettkampf auf Java sorgt für Empörung bei Tierschützern
Eine Tradition auf Java stößt derzeit auf heftige Kritik von Tierrechtsaktivisten. Bauern in dieser indonesischen Provinz veranstalten dort regelmäßig Gladiatorenkämpfe zwischen Hunden und Wildschweinen. Doch nun hat eine Tierschutz-NGO ein Verbot erwirkt.

Kampf- und Jagdhunde, einschließlich Pitbulls, werden im Osten Javas seit Jahrzehnten zur Jagd auf Wildschweine ausgebildet. Hintergrund war eine massive Wildschweinplage zu Beginn der 1960er Jahre, die einen Großteil der Ernte vernichtete.

Daraus hat sich, wie es die Bauern in der Region erläutern, "zu Trainingszwecken" und zur "Steigerung der Jagdfähigkeiten der Hunde" auch ein mittlerweile sehr populärer Arena-Kampf zwischen Hunden und Wildschweinen entwickelt, im lokalen Dialekt als "Abu bagong" (Wildschweinkampf) bezeichnet.

Die Konfrontation findet in einer Arena von 15 bis 30 Metern Durchmesser statt. Wenn der Eber den Angriff eines ersten Hundes überlebt, werden seine Wunden versorgt und dann muss er sich einem weiteren Hund stellen.

Dem Besitzer des Siegerhundes winken bis zu 2.000 US-Dollar, im Osten von Java ein kleines Vermögen.

Doch gegen diese Tradition haben seit einigen Jahren zahlreiche internationale Tierschutzorganisationen mobilisiert und ein Ende der Kämpfe gefordert.

So argumentiert Wendy Higgins, Sprecherin der Humane Society International, gegenüber Journalisten:

Der bösartige und ausbeuterische Kampf von Hunden und Wildschweinen in Indonesien ist ein beunruhigendes Spektakel, das verurteilt werden muss. Tiere brutal gegeneinander kämpfen zu sehen, darf niemals als Unterhaltung betrachtet oder als Kultur entschuldigt werden.

Abschließend fügt sie hinzu:

Es ist nicht nur extreme Tierquälerei, sondern es erniedrigt uns als Menschen, solche Barbarei als Spaß zu propagieren. Jede Tradition, die ein fühlendes Wesen zum Opfer von Gewalt werden lässt, sollte auf den Müllhaufen der Geschichte befördert werden.

Die Kampagne der Tierschutz-NGOs zeigt nun nach deren eigener Einschätzung einen ersten Erfolg:

Auf Facebook verkündete am 25. Oktober die NGO Scorpion Wildlife, dass eine erste Kampfarena in Pacet, Westjava, von der Polizei geschlossen wurde:

Der einheimische Hundezüchter Agus Badud erläutert hingegen, dass die Tradition des Wildschweinkampfes den Menschen vor Ort auch als eine wichtige Einkommensquelle dient:

Ich nehme an diesem Wettbewerb teil, um den Verkaufspreis und den wirtschaftlichen Wert meiner Hunde zu erhöhen, und es wäre für mich als Züchter nutzlos, wenn ich nicht an einem solchen Wettbewerb teilnehmen würde.