Neue Strategie der Taliban: Angriffe mit gestohlenen Militärfahrzeugen

Neue Strategie der Taliban: Angriffe mit gestohlenen Militärfahrzeugen
Beobachtungsposten eines afghanischen Soldaten von einem Humvee aus; Kabul, Afghanistan, 22. Juni 2012.
Das afghanische Verteidigungsministerium bestätigte, über die Anzahl von den Taliban gestohlener Humvees und anderer militärischer Fahrzeuge nicht im Bilde zu sein. Vieles deutet darauf hin, dass die radikalen Islamisten diese nun für Anschläge nutzen wollen.

In der Vorwoche platzierten die Taliban Sprengstoff in zwei Humvees, die sie der afghanischen Armee entwendet hatten. Die Fahrzeuge explodierten später vor einem Armeestützpunkt im Süden des Landes. Fast alle Soldaten der ins Visier genommenen Einheit, insgesamt 60, kamen ums Leben, wurden verletzt oder gelten als vermisst. Die zehn Angreifer starben später bei einem Luftschlag.

Zwei Tage vor dem Anschlag hatten sich die Taliban bereits der gleichen Strategie bedient. In der Nähe eines Polizeitrainingszentrums kamen durch die Explosion eines gestohlenen Humvees 52 Polizisten und Zivilisten ums Leben. 

Mike Pompeo (l.) bei seiner Vereidigung als CIA-Direktor durch den US-Vizepräsidenten Mike Pence.

Die Gesamtzahl der gestohlenen Militärfahrzeuge, die den Taliban in die Hände gefallen sind, ist nicht bekannt. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums General Dawlat Waziri, erklärte dazu:

Während des Verlusts von Kunduz und anderen Gebieten im Land könnten die Taliban einige Humvees an sich genommen haben. 

Illegaler Fahrzeughandel: Regierung drückt oftmals beide Augen zu

Bis jetzt waren Toyota Sedans, die gefüllt mit Sprengstoff im stetigen Terror-Krieg die Opferzahlen in die Höhe trieben. Der Einsatz der Humvees stellt eine neue Herausforderung für die afghanischen Sicherheitskräfte dar.

Shagul Rezai, ein Parlamentsmitglied, meint dazu: 

Es gibt eine Reihe von Fahrzeugen, die vom Feind in zahlreichen Kämpfen entwendet wurden. Diese sollten zerstört werden, sonst wird die Verwundbarkeit der Anderen sich weiter erhöhen.

Ehemalige Militäroffiziere berichten auch von illegalen Waffenverkäufen an zum Teil militante oppositionelle Gruppen, welche auf keinen Widerstand vonseiten der Regierung treffen würde.