Politbüro der KPCh: Die Macht Chinas liegt in den Händen von sieben Männern

Politbüro der KPCh: Die Macht Chinas liegt in den Händen von sieben Männern
Chinas Präsident Xi Jinping und die weiteren Mitglieder des Politbüros Wang Huning, Li Zhanshu, Han Zheng, Li Keqiang, Wang Yang und Zhao Leji (von links nach rechts); Peking, China, 25. Oktober 2017.
Präsident Xi Jinping und sechs Weggefährten verkörpern die Rolle der zentralisierten Macht Pekings. Eine stabile Wirtschaft, frei von Korruption und nach sozialistischer Prägung, ist das Ziel Xis und seiner Gefolgsleute für China und die Chinesen.

Das Politbüro der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) gilt als das zentrale Machtorgan der Volksrepublik China. Im Zentrum seiner Willensbildung stehen Fragen der nationalen Sicherheit. Das Rechtswesen, die Polizei und die Geheimdienste unterstehen dem Politbüro. In dessen neuer Zusammensetzung umgeben den chinesischen Präsidenten Xi Jinping sechs loyale Gefährten. Wir stellen sie vor.

Li Keqiang - der einflussreiche Traditionalist: 

Er überwacht als amtierender Ministerpräsident die Tagesgeschäfte der Regierung. Li steht für eine radikale Reduktion der Bürokratie. Seit 2007 ist er Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros. Er gilt als einflussreicher Politiker und wird als Mitglied der fünften Führungsgeneration der Volksrepublik China angesehen. Vor dem Parteikongress sprach er sich für die Ein-China-Politik und gegen ein unabhängiges Taiwan aus. Das Leben der Bürger Chinas habe sich in den vergangenen Jahren durch die stabile Wirtschaft verbessert. 

Li Zhanshu - der Mann an der Seite Xi Jinpings:

Li Zhanshu agiert als Xi Jinpings Stabschef. Bei Staatsbesuchen und in wichtigen Angelegenheiten ist Li Zhanshu stets an der Seite des chinesischen Präsidenten zu sehen. Im Jahr 2015 wurde er nach Moskau entsandt, um in Gesprächen mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, China zu repräsentieren. Dabei sagte Li Zhanshu zu Putin

Ich glaube, Sie und [Präsident] Xi Jinping sind Anführer zweier großer Nationen, und zwei große Politiker, die einen signifikanten Einfluss auf die Welt haben. 

Im September 2012 wurde Li Zhanshu zum Leiter des Allgemeinen Büros des Zentralkomitees der KPCh ernannt. Im November 2012 folgte die Wahl zum Mitglied des Zentralsekretariats.  

Wang Yang - der ökonomische Reformer und Friedensstifter:

Wang Yang wurde 2012 als Vertreter liberaler Wirtschaftsentwürfe bekannt. Sein Modell ist auch als Guangdong-Modell bekannt. Im Rahmen dieses Ansatzes sollen gemeinnützige Organisationen und Gewerkschaften in der südlichen Region eine größere Rolle spielen. Die friedliche Schlichtung pro-demokratischer Proteste in einem Fischerdorf in Wukan brachte ihm Huldigungen vonseiten des Time-Magazins ein, das ihn als einflussreichen Politiker benannte. Wang Yang leitet auch Gespräche zu Handelsangelegenheiten zwischen den USA und China. Ihm wurde in den Verhandlungen nachgesagt, er sei standfest, aber charmant. Als Top-Gouverneur der Provinz Guangdong lautete sein Leitspruch: "Befreie dein Denken."

Wladimir Putin, Hamid Karzai (links), ehemaliger Präsident Afganistans und Jack Ma (rechts), der CEO des Alibaba Group während der letzten Podiumsdiskussion im Rahmen der Waldai-Konferenz am 19. Oktober 2017.

Wang Huning - der Guru für Außenpolitisches:

Wang Huning gilt als politischer Theoretiker, der bereits drei Präsidenten der Volksrepublik beraten hat. Der ehemalige Dekan der Fudan-Universität für Rechtswissenschaften studierte juristische Systeme, historische Machtwechsel und spricht sich für eine starke zentralistische Führung aus. Er wird sich um Belange der Ideologie, Propaganda und Parteiorganisation kümmern. 

Zhao Leji - der Mann für den Kampf gegen die Korruption:

Zhao Leji nimmt künftig die Position Wang Qishans im Kampf gegen die Korruption ein. Schon zuvor haben ihm Experten eine politische Beförderung vorausgesagt. Die Führung schrieb ihm als Gouverneur die wirtschaftlichen Erfolge in der Provinz Qinghai zu. Gegenüber ethnischen Minderheiten zeigte er sich milde und ließ Investitionsprojekte in die Region auch im Hinblick auf ihre Umweltverträglichkeit prüfen. Wie Xi Jinping stammt auch er aus der Provinz Shaanxi. 

Han Zheng - Kenner von Gewerbe und Kapital:

Zwischen 2003 und 2012 war er Bürgermeister der Stadt Shanghai. Im Jahr 2012 wurde er Parteisekretär für die Großstadt. Er stand als Bürgermeister für ein offenes und modernes Shanghai. Er war Teil des Wandels der Stadt in eine moderne Metropole. Im Jahr 2010 ebnete er den Weg für eine 44 Milliarden US-Dollar schwere Investition in die Infrastruktur der Stadt. Auch eine Explosion in Shanghai im Jahr 2010, bei der 58 Menschen ums Leben kamen, und 36 Todesfälle am Neujahrsabend 2014, ausgelöst durch einen vermeintlichen Geldregen, konnten seiner politischen Karriere nichts anhaben. Er reagierte schnell und gab seinen Gegnern so keine Angriffspunkte. 

Auf dem 19. Parteikongress beschwor Xi Jinping den Ausbau der Armee und den Schutz von ausländischen Investoren. Die chinesischen Märkte sollen noch besser zugänglich gemacht werden. Probleme sah Xi in der ungleichen Verteilung des wirtschaftlichen Wachstums im Land. 

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