Philippinen trotzen dem Terror: Armee verkündet vollständige Befreiung Marawis vom IS

Philippinen trotzen dem Terror: Armee verkündet vollständige Befreiung Marawis vom IS
Mitglieder des Marine-Battalions (MBLT) winken bei ihrem Abzug aus Marawi, Philippinen, 21. Oktober 2017.
Die philippinische Regierung erklärt den Kampf gegen islamische Extremisten in Marawi nach fünf Monaten für beendet. Der Versuch des IS, in Südostasien Fuß zu fassen, ist damit gescheitert und die Philippinen haben ihre schwerste Sicherheitskrise überstanden.

Am Mittwoch eliminierte die philippinische Armee eine letzte Gruppe von Extremisten, die sich in einem Gebäude in Marawi, im Süden der Philippinen, verschanzt hatten. Der philippinische Verteidigungsminister Delfin Lorenzana erklärte nach dem erfolgreichen Kampf gegen deren letztes Aufgebot: 

Dies war die letzte Gruppe von Nachzüglern der Mautes, sie waren in einem Gebäude eingeschlossen, also gab es ein Feuergefecht und sie wurden erledigt. Es gibt keine Terroristen mehr innerhalb der Stadt Marawi. 

Kalifatsgründung in Südostasien vereitelt

Die Maute-Gruppe ist auch als Islamischer Staat von Lanao bekannt, eine radikalislamische Gruppe, geführt von Guerillas der ehemaligen Moro Islamic Liberation Front und ausländischen Kämpfern. Fünf Monate hatte der Kampf in der Region gedauert und die philippinische Regierung verhängte dafür das Kriegsrecht. Die Revolte der Extremisten weckte Befürchtungen, der Islamische Staat versuche, ein neues Kalifat in Südostasien zu errichten. Auch Australien bot aus Sorge um die Sicherheit in der Region Hilfe an. 

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In Videos hatte der IS ausländische Kämpfer dazu aufgerufen, sich dem terroristischen Kampf in Südostasien anzuschließen und nach Marawi zu kommen. Die Region ist vorwiegend islamisch geprägt. Am 23. Mai wehten im Süden des Landes die ersten Flaggen des IS. Die Terroristen zerstörten Geschäfte, Häuser und Kirchen. Insgesamt 1.780 Menschen nahmen sie als Geiseln, das Militär konnte diese aber wieder befreien. 

Armee will wachsam bleiben

In Marawi kamen im Zusammenhang mit den Kampfhandlungen mindestens 1.131 Menschen ums Leben, darunter 919 Extremisten sowie 165 Soldaten und Polizisten der Philippinen. Im Zuge des Kampfes um Marawi wurden mehr als 300.000 Bewohner der Region zu Flüchtlingen im eigenen Land.

Freude über den Sieg gegen die Islamisten: 

Vergangene Woche Montag tötete das Militär die beiden letzten Anführer der Islamisten Marawis, Isnilon Hapilon und Omarkqayam Maute. Das Zentrum der Stadt Marawi ist nach den Kämpfen schwer beschädigt. Sechs Bataillone des Militärs werden bis auf Weiteres in Marawi bleiben, so der philippinische Verteidigungsminister, denn der Kampf gegen die radikale Ideologie sei noch nicht gewonnen.