Nordkoreanische Regierung erklärt: Nuklearkrieg könne jederzeit ausbrechen

Nordkoreanische Regierung erklärt: Nuklearkrieg könne jederzeit ausbrechen
Die Drohungen zwischen Washington und Pjöngjang gehen weiter. Der stellvertretende UN-Botschafter Nordkoreas drohte mit einem Nuklearkrieg. Gleichzeitig sprach er sich für eine weltweite Abkehr von Atomwaffen aus - die Aufrüstung seines Landes diene dem Selbstschutz.

Der stellvertretende Botschafter Nordkoreas bei den Vereinten Nationen, Kim In-ryong, warnte die UN-Generalversammlung, dass die Krise auf der koreanischen Halbinsel einen Punkt erreicht habe, in welchem jederzeit ein Nuklearkrieg ausbrechen könnte. Kim In-ryong sagte nach Berichten der Nachrichtenagentur AP, dass Nordkorea das einzige Land der Welt ist, welches "einer solchen direkten und extremen Nukleargefahr" durch die USA ausgesetzt ist.

Washington hege seiner Meinung nach ein "geheimes Unterfangen, welches sich auf die Beseitigung unseres obersten Führers" konzentriere. Das Nukleararsenal Nordkoreas bezeichnete er als ein Mittel zur Selbstwehr. Gegenüber des Entwaffnungskommitees der UN-Generalversammlung betonte er die strategischen Nuklearambitionen seines Landes, welche nicht rückgängig gemacht werden können und auch nicht zum Tauschhandel bereit stehen. 

Nordkoreanische Hacker sollen US-Militärpläne für Regimewechsel in Pjöngjang gestohlen haben (Symbolbild)

Warnungen über die Reichweite der nordkoreanischen Raketen wurden erneuert: 

Das gesamte US-Festland liegt innerhalb unserer Reichweite und wenn es die USA wagen, auch nur um einen Zentimeter in unser heiliges Territorium einzufallen, werden sie einer schweren Strafe nicht entgehen, egal wo auf diesem Planeten.  

Gleichzeitig betonte Kim seine Unterstützung für eine weltweite Eliminierung aller Nuklearwaffen. Aber zunächst müssten sich die Amerikaner von ihrem Nuklearwaffenarsenal verabschieden: 

Bis die feindliche Politik und die Gefahr durch Nuklearwaffen der USA völlig ausgerottet sind, werden wir unsere Nuklearwaffen und ballistischen Raketen nie auf den Diskussionstisch bringen, unter keinen Umständen. 

Demonstranten verbrennen Banner des nordkoreanischen Regierungsoberhaupts Kim Jong-un während eines Anti-Nordkorea-Protests, Seoul, Südkorea, 7. Januar 2016.

Trotz internationaler Sanktionen gegen Nordkorea testet das isolierte Land weiterhin seine Raketen. Am Montag unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin ein 40-seitiges Dekret, welches die ökonomische, wissenschaftliche und die technologische Kooperation mit Nordkorea einschränkt. Hinzu kommen Sanktionen gegen elf Individuen Nordkoreas, die in Verbindung mit dem Nuklearprogramm Pjöngjangs stehen. Auch die EU entschloss sich zu weiteren Sanktionen gegen die Aufrüstung Nordkoreas. Die USA begannen mit neuen Militärmanövern der Marine in Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Militär. Für Pjöngjang stellen diese eine Provokation dar. 

Überall in Nordkorea feierten die Menschen letzte Woche das 72. Gründungsjubiläum der regierenden Arbeiterpartei: