Nordkoreanische Arbeiter verlassen China aufgrund neuer Sanktionen

Nordkoreanische Arbeiter verlassen China aufgrund neuer Sanktionen
Nordkoreanische Arbeiter bei der Herstellung von Fussballschuhen in Dandong, China, 24. Oktober 2012.
Chinesische Medien berichten von einer großen Zahl nordkoreanischer Arbeiter, die ihre Arbeitsstätten verlassen und in ihre Heimat zurückkehren. Damit entspricht China den neuen Sanktionen aus Washington. Eine Ankündigung zur Schließung nordkoreanischer Firmen war bereits erfolgt.

Nachdem der UN-Sicherheitsrat neue Sanktionen beschlossen hatte, sagte das chinesische Handelsministerium, nordkoreanische Firmen und Gemeinschaftsunternehmen in China würden innerhalb von 120 Tagen geschlossen. Am 12. September ordnete die Regierung Pekings zudem an die Visen der nordkoreanischen Arbeiter nicht weiter zu verlängern. Am 28. September kam die Verordnung hinzu, dass nordkoreanische Firmen innerhalb der nächsten 120 Tage schließen müssen. 

Bis zu Anfang des Jahres arbeiteten mehr als 20000 Nordkoreaner in Dandong. Aber die Zahl verringerte sich deutlich, nachdem China die Sanktionen verschärfte. 

Passanten spiegeln sich in einem Fernsehbildschirm mit Nachrichten über Nordkorea, Tokio, Japan, 15. September 2017.

Die südkoreanischen Yonhap-Nachrichten berichten von Augenzeugen im Grenzgebiet Dandong: 

Wir können zahlreiche nordkoreanische Arbeiter beobachten, die an der Dandong Station und dem Einwanderungsbüro auf ihre Abreise warten. 

Im sozialen Netzwerk "We Chat" verbreiteten sich Bilder nordkoreanischer Frauen vor ihrer Abreise. Chinesische Behörden haben vermehrt die Visen von Nordkoreanern, die in der Verarbeitung von Meeresfrüchten, der Textil- und Elektronikherstellung in Dandong, Yanji und anderen Städten überprüft. Diejenigen Nordkoreaner deren Aufenthaltstitel abgelaufen sind, erhalten keine Verlängerung. Bereits 2600 Arbeiter aus Liaoning, Jilin und Heilongjiang sind in ihre Heimat zurückgekehrt. Schätzungen zu Folge sollen etwa 100000 Nordkoreaner im Ausland tätig sein. 

Aufgrund der neuen Sanktionen gegen Nordkorea stockte Südkorea die humanitäre Hilfe für die nordkoreanische Bevölkerung auf. China und Russland machten in der Abstimmung von ihrem Veto-Recht gebrauch, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.