"Spar dir die Energie, Rex": Trump hält Verhandlungen mit Nordkorea für Zeitverschwendung

"Spar dir die Energie, Rex": Trump hält Verhandlungen mit Nordkorea für Zeitverschwendung
US-Präsident Donald Trump und Außenminister Rex Tillerson
Die öffentliche Kriegsrhetorik zwischen den USA und Nordkorea schaukelte sich in letzter Zeit immer stärker hoch. Zuletzt sollte ein direkter Kontakt der zwischen Washington und Pjöngjang eine Lösung bringen. Stattdessen wolle US-Präsident Trump nun "tun, was getan werden müsse", verkündigte er am Sonntag per Twitter.

Die USA suchen im Konflikt um das nordkoreanische Atom-und Raketenprogramm das Gespräch mit Pjöngjang - über direkte Kanäle. Das hatte das US-Außenministerium am Samstag bekanntgegeben.

Allerdings teilte der US-Präsident Donald Trump am Sonntag per Twitter mit, dass er die Bemühungen seines Außenministers um friedliche Gesprächen mit Nordkorea für wenig sinnvoll hält.

Er tweetete, dass Rex Tillerson "seine Energie sparen" solle und Washington "tun werde, was getan werden müsse". Zudem wiederholte er die provokante Formulierung "Raketenmann" 

Die Sprecherin des Außenministeriums, Heather Nauert, teilte mit, es gebe keine Hinweise darauf, dass die nordkoreanische Führung an Gesprächen über eine Denuklearisierung interessiert sei. Die Führung in Pjöngjang reagierte bislang nicht auf diese Angaben.

Zuvor hatte Außenminister Rex Tillerson erstmals publik gemacht, dass die USA jenseits der gegenseitigen öffentlichen Kriegsrhetorik über drei Kommunikationskanäle sondierten, ob Pjöngjang Gespräche wolle.

Wir befinden uns nicht in einem Blackout", sagte er der New York Times zufolge während eines Besuches in Peking.

Wir können mit ihnen reden. Wir reden mit ihnen."

Danach gefragt, ob die Kommunikationsdrähte über China liefen, schüttelte er den Kopf.

Direkt", sagte er. "Wir haben unsere eigenen Kanäle."

Nauert sagte, die USA hätten Nordkorea zugesichert, dass sie nicht daran interessiert seien,

den Zusammenbruch des gegenwärtigen Regimes zu fördern, Regimewandel zu verfolgen, die Wiedervereinigung der Halbinsel zu beschleunigen oder Kräfte nördlich der demilitarisierten Zone zu mobilisieren.

Dennoch hätten nordkoreanische Stellen keine Hinweise gegeben, dass sie an Gesprächen über eine Denuklearisierung interessiert oder dazu bereit seien.

Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong-ho vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York, USA, 23. September 2017.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel lobte das Washingtoner Gesprächsangebot.

Das ist genau die richtige Richtung und ein großer und mutiger Schritt für die USA", sagte der SPD-Politiker am Sonntag.

Nordkorea wäre

gut beraten, dieses Gesprächsangebot ernst zu nehmen".

Der Konflikt um Pjöngjangs Atom- und Raketenprogramm stand am Samstag auch im Mittelpunkt der Gespräche von Tillerson mit der chinesischen Führung in Peking. Der US-Außenminister, der von Staatschef Xi Jinping empfangen wurde, bereitete mit seiner Visite zugleich den geplanten Besuch von US-Präsident Donald Trump im November in China vor.

Xi lobte die "sehr guten Arbeitsbeziehungen und persönliche Freundschaft", die seit seinem ersten Treffen mit dem US-Präsidenten im April in Trumps Golfclub Mar-a-Lago in Florida bestünden. Er gehe davon aus, dass Trumps erster Besuch in China "besonders, wunderbar und erfolgreich" werde, sagte Xi nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua bei der Begegnung mit Tillerson weiter.

Die Visite wird eine große Gelegenheit für die Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen."

Auch der US-Außenminister sprach bei einem Treffen mit Chinas Staatsrat Yang Jiechi von einer "sehr regelmäßigen und engen Arbeitsbeziehung", die Trump und Xi entwickelt hätten. Yang Jiechi, der oberste für Außenpolitik zuständige chinesische Politiker, rief dazu auf, sich auf die Kooperation zu konzentrieren und "angemessen mit unseren Differenzen umgehen".

Die USA hatten versucht, China zu mehr Druck auf Nordkorea zu drängen, das rund 90 Prozent seines Handels über den großen Nachbarn abwickelt. Peking ist aber gespalten: Zwar will das Land in seiner Nachbarschaft keine Atomwaffen. Jedoch fürchtet China einen Kollaps Nordkoreas, der Flüchtlingsströme nach China und das Heranrücken von US-Truppen bis an die chinesische Grenze zur Folge haben könnte. 

Peking will deswegen nicht zu weit gehen, setzt aber die mitbeschlossenen UN-Sanktionen gegen Nordkorea um. So ordnete Peking erst am Donnerstag im Rahmen der UN-Beschlüsse eine Schließung aller nordkoreanischen Unternehmen in China bis Ende Januar an, lehnt aber ein von den USA gefordertes komplettes Öl-Embargo gegen Nordkorea ab.

Derweil führte Washingtons in Japan stationierter Flugzeugträger, die USS' Ronald Reagan', unter dem wachsamen Auge Chinas im Südchinesischen Meer sogenannte "routinemäßige" Militärübungen durch.