USA stellten sich gegen diplomatische Gespräche zwischen Seoul und Pjöngjang

USA stellten sich gegen diplomatische Gespräche zwischen Seoul und Pjöngjang
Südkoreanische und US-amerikanische Soldaten in der Demilitarisierten Zone (DMZ), Südkorea, 27. Juli 2017.
Im Juli unternahm Südkorea einen Vorstoß für Gespräche mit Nordkorea, um die Spannungen auf der Halbinsel zu beenden. Anlass dafür war das Jubiläum der Friedenserklärung zwischen Nord- und Südkorea. Der US-Außenminister tadelte Seoul für dessen Vorhaben.

Der Berater Präsident Moon Jae-ins, Moon Jung-in, sagte während einer Veranstaltung zum Jubiläum der inter-koreanischen Friedenserklärung:  

US-Außenminister Rex Tillerson verurteilte die Entscheidung [Verhandlungen mit Nordkorea anzustreben] in scharfen Tönen, als er den [südkoreanischen] Außenminister Kang Kyung Wa traf. 

Am 4. Oktober 2007 unterzeichneten Kim Jong-il und der damalige südkoreanische Präsident Lee Myung-bak ein Friedensabkommen. Moon Jae-in machte im Rahmen der Veranstaltung Nordkorea kein Angebot und sagte, dass der "Friede in einer Krise" stecke. 

Im Juli hatte die Regierung Moons Militärgespräche und ein separates Treffen des Roten Kreuzes mit Nordkorea in Panmunjom angekündigt. In diesem kleinen Ort, der auch als gemeinsame Sicherheitszone "JSA" bekannt wurde, besiegelten Nord- und Südkorea im Jahr 1953 ihren Waffenstillstand. Das Haus, welches Nord- und Südkoreaner innerhalb von 48 Stunden für die Verhandlungen gebaut hatten und in welchem schließlich die Unterzeichnung stattgefunden hat, steht noch heute und ist zum Symbol des Kalten Kriegs geworden. Hier befindet sich auch die "Brücke ohne Wiederkehr" in Richtung Norden. 

Die nordkoreanische Haupstadt Pjöngjang aus der Luftperspektive, 16. August 2005.

Seoul wollte Treffen von Familien ermöglichen

Mit einer Zusammenkunft an diesem historischen Ort wollte Moon Jae-in anlässlich des bevorstehenden Jubiläums die Beziehungen zu Pjöngjang wieder aufleben lassen. Er verband dies mit der Hoffnung, ein Treffen jener Familien möglich zu machen, die der Korea-Krieg auseinandergerissen hat. 

Moon Jung-in erklärte: 

Im Zuge der eskalierenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel könnte ein unbeabsichtigter Zusammenstoß nahe der Waffenstillstandslinie oder der westlichen Seegrenze zu einem vollständigen Krieg führen. 

Als Sean Spicer noch als Pressesprechers des Weißen Hauses im Amt war, sagte dieser, die Gegebenheiten, die Voraussetzung seien, um einen Dialog mit dem Norden fortsetzen, seien "deutlich weit entfernt von dem, wo wir jetzt sind".

Für den südkoreanischen Präsidenten sind die inner-koreanischen Beziehungen auf einem neuen Tiefstand angelangt und liegen nun unter dem Level vom 4. Juli 1972. Es bleibe darum höchste Priorität, neue Kanäle für Gespräche mit Nordkorea ins Leben zu rufen.