Korea-Konflikt: Strategische US-Langstrecken-Bomber B-1B trainieren Bombardierung Nordkoreas

Korea-Konflikt: Strategische US-Langstrecken-Bomber B-1B trainieren Bombardierung Nordkoreas
Archivbild. US-amerikanische und japanische Kriegsflugzeuge in der Nähe Nordkoreas.
US-Militärflugzeuge haben zusammen mit der südkoreanischen Armee ein Manöver durchgeführt. Damit möchten sie eine Warnung an Pjöngjang schicken. Derweil häufen sich die Sorgen um eine militärische Eskalation.

US-Bomber und Jets übten am Montag über Südkorea eine Bombardierung, erklärte ein anonymer südkoreanischer Regierungsvertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Yonhap. Nach dem Manöver seien die Flugzeuge zurück zu ihren Basen in Japan und auf Guam geflogen. Erst vor wenigen Tagen hatte Nordkorea einen Raketentest durchgeführt.

Derzeit ist die Lage auf der nordkoreanischen Halbinsel extrem angespannt. Anfang September hatte Pjöngjang eine Atomwaffe getestet. Der nordkoreanischen Regierung zufolge verlief der Test einer Wasserstoffbombe, die in Interkontinentalraketen eingesetzt werden kann, erfolgreich.

Nach dem Atomwaffentest beschloss der UN-Sicherheitsrat einstimmig eine Resolution, die nordkoreanische Textilexporte verbietet und Ölimporte beschränkt. Pjöngjang antwortete, es werde seine militärische Stärke weiter ausbauen. Die von den USA fabrizierte Resolution zeige, so Nordkorea, dass das Land mit dem Ausbau der Atomwaffen- und Raketentechnologie den richtigen Pfad gewählt habe.

US-Präsident Donald Trump drohte damit, die ganze Bandbreite der den USA zur Verfügung stehenden Mittel auszunutzen. Er schloss nicht aus, auf das US-Atomwaffenarsenal zurückzugreifen.

Passanten spiegeln sich in einem Fernsehbildschirm mit Nachrichten über Nordkorea, Tokio, Japan, 15. September 2017.

Russland und China bestehen darauf, dass der Korea-Konflikt durch den Weg des Dialogs und nicht durch kriegerische Mittel gelöst werden muss.

Mehrmals schlugen beide Regierungen einen Plan vor, der vorsah, dass Pjöngjang seine Atomwaffen- und Raketentests im Austausch für eine Aussetzung der Militärmanöver der USA und Südkorea einstellt. Washington lehnte diesen Plan jedoch ab. Die USA hätten das Recht, gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea durchzuführen.

Anfang September hatte der russische Präsident Putin davor gewarnt, dass eine militärische Eskalation des Korea-Konfliktes zu einer planetarischen Katastrophe führen könnte.

Mittlerweile treten westliche Politiker immer stärker für eine diplomatische Lösung des Streites auf der koreanischen Halbinsel ein. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sprach sich für direkte Verhandlungen mit Pjöngjang aus. „Visionen und mutige Schritte“ nach dem Muster der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) seien nötig.