Südkorea übt die Zerstörung von Bunkern als Vorbereitung auf einen Militäreinsatz gegen Nordkorea

Südkorea übt die Zerstörung von Bunkern als Vorbereitung auf einen Militäreinsatz gegen Nordkorea
Ein Taurus Marschflugkörper kurz vor dem Einschlag, gefeuert von einem südkoreanischen Kampfflugzeug F-15K, in einer Übung zur Zerstörung von Bunkern, Südkorea, 12. September 2017.
Mit Taurus Marschflugkörpern üben die südkoreanischen Streitkräfte den Angriff auf nordkoreanische Bunkeranlagen und andere Ziele. Die Übungen sollen ein Antwort aus die Drohungen aus dem Norden und den jüngsten Atombombentest sein. Die Hersteller der Raketen kommen aus Deutschland und Schweden.

Der Taurus Marschflugkörper ist in der Lage, Ziele in 500 Kilometern Entfernung zu treffen. Die Übungen zum Angriff wurden in Taean, der südlichen Chungcheong Provinz durchgeführt. Dies berichteten die südkoreanischen Yonhap Nachrichten. F-15K Flugzeuge feuerten die Taurus KEPD 350 Raketen (KEPD= Kinetic Energy Penetrator and Destroyer). Nach 400 Kilometern trafen sie ihr Ziel im Gelben Meer unweit der Stadt Gunsan. Der Sprengkopf ist 481 Kilogramm schwer. Der Marschflugkörper kann Ziele in Pjöngjang leicht ins Visier nehmen. Es handelt sich hierbei um einen modernen Luft-Boden-Marschflugkörper. Taurus bedeutet: Target Adaptive Unitary and Dispenser Robotic Ubiquity System. 

Hersteller ist die TAURUS Systems GmbH, ein Zusammenschluss der MBDA Deutschland GmbH und der südkoreanischen Abteilung des schwedischen Konzerns Saab Dynamics AB. Der Gefechtskopf trägt den Namen MEPHISTO (Multi-Effect Penetrator High Sophisticated and Target Optimized). Das britisch-französische Pendant zum Taurus ist der Storm Shadow. Die deutschen und die spanischen Luftstreitkräfte sind mit Taurus Marschflugkörpern ausgestattet. 

Die Übungen wurden Anfang September angekündigt und sind eine Antwort auf die Drohungen aus Nordkorea. Marschflugkörper haben den Vorteil, dass sie klein sind und sich unterhalb des Radars bewegen. Sie kommen zum Einsatz, wenn strategische, statische, Einrichtungen anzugreifen.  

US-Präsident Donald Trump während einer Gedenkveranstaltung in Arlington zu den Anschlägen vom 11. September 2001.

Südkorea rüstet sich derzeit gegen den Verwandten aus dem Norden. Unter Protesten der Bürger wurde nun das Raketenabwehrsystem THAAD ausgeweitet. China verurteilt die Atomwaffenambitionen Nordkoreas, aber auch das Wettrüsten in der Region und besonders das THAAD-System. Die Regierung Pekings fürchtet, dass der Radar dieses Systems zu Spionagezwecken mißbraucht werden könnten. Trump hatte nach der Aufstellung des ersten THAAD-Systems Seoul angedroht die Kosten aufzubürgen. Das südkoreanische Verteidigungsministerium aber wiegelte mit der Begründung ab, dass es schließlich die Amerikaner sind, die THAAD bedienen. 

Gerade wurden neue Sanktionen gegen Nordkorea verabschiedet. Hier aber konnte Donald Trump seine Ziele nicht erreichen. China und Russland machten von ihrem Veto-Recht gebrauch und verhinderten in Nordkorea, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in selbst kennt die Geschichte seines geteilten Landes durch die Herkunft seiner Eltern aus Nordkorea. Sie flohen aus dem  zerstörten Nordkorea. Noch immer sind die Erinnerungen an den Krieg bei der nordkoreanischen Bevölkerung präsent. Ein Krieg, der de facto nur in einem Waffenstillstand endete und nicht in einem Friedensschluss. Der Menschenrechtsanwalt Moon Jae-in stand für einen diplomatischeren Weg mit Nordkorea. Doch der Antritt seiner Amtszeit begann in politisch unruhigen Zeiten. Der Norden teste seine Raketen und Trump begann ein gefährliches Spiel der Kriegsrethorik. Die diplomatischen Wege nach Nordkorea die Vorgängerin Moon Jae-ins, auf Wunsch der Amerikaner, abgeschnitten.