China gibt Entwarnung: Keine besorgniserregende Strahlung nach nordkoreanischem Atowaffentest

China gibt Entwarnung: Keine besorgniserregende Strahlung nach nordkoreanischem Atowaffentest
Ryoo Yong-gyu, eine Erdbebenüberwachungsstation, zeigt seismische Wellen in Südkorea, 9. September 2017.
Nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest gab China bekannt, die Radioaktivität nahe der Grenze sei auf Normalniveau. Auch Südkorea und Japan konnten keine gefährlichen Strahlungen messen. Eine Gefahr bleibt weiterhin das fragile Testgebiet in Nordkorea.

Mehr als 1.000 Aerosol-, Luft-, Jod-, Wasser- und Bodenproben haben Spezialisten an Messstationen im nordöstlichen Heilongjiang, in Jilin und Liaoning sowie in der Provinz Shandong gesammelt, um festzustellen, ob es durch den jüngsten nordkoreanischen Nukleartest zu höheren Werten radioaktiver Strahlung gekommen ist. 

Das chinesische Ministerium für Umweltschutz teilte am Sonntag über seine Webseite mit: 

Nach umfangreichen Messungen wurde festgestellt, dass der Nukleartest der DPRK zu keinen Umweltschäden in China geführt hat. Nach acht Tagen kontinuierlicher Überwachung, zeigten sich keine abnormen Resultate. 

Das Erdbeben, das der nordkoreanische Nukleartest am 3. September ausgelöst hatte, konnten auch chinesische Bürger Hunderte von Kilometern jenseits der Grenze des isolierten Nachbarlandes spüren.

Anwohner proben die Evakuierung in Takikawa, Hokkaido, Japan, 1. September 2017.

Chinesische Wissenschaftler warnen davor, dass es in Zukunft zu einer nuklearen Katastrophe kommen könne, sollte Nordkorea weiterhin seine Atomwaffentests an der gleichen Stelle ausführen. Der Berg, der das Zentrum des Testgeländes bildet, könnte in sich zusammenbrechen. Messungen in Südkorea und auch im fernen Japan ergaben hingegen ebenfalls keinen Anlass zur Sorge. Die südkoreanische Agentur für nukleare Sicherheit hatte Messungen zu Lande, zu Wasser und in der Luft durchgeführt. 

THAAD-Ausbau lässt Umfragewerte des Präsidenten abstürzen

Was Südkoreanern stärkere Bedenken hinsichtlich ihrer Umwelt bereitet, ist das von den Amerikanern aufgestellte THAAD-Raketenabwehrsystem. Dieses soll der Sicherheit der Südkoreaner dienen. Nach dem jüngsten Atomwaffentest entschied sich Washington jedoch dazu, das schon bestehende THAAD-System auszuweiten, trotz Protesten innerhalb der südkoreanischen Bevölkerung.

Im Juni hatte die neu gewählte Regierung die Aufstellung des THAAD-Systems ausgesetzt, um sich mit den möglichen ökologischen Problemen im Zusammenhang mit THAAD zu beschäftigen. Nach einer kurzen Testphase hieß es: THAAD habe keine negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt, obwohl die Tests ein Jahr lang hätten stattfinden sollen. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in hatte im Wahlkampf angekündigt, das Thema THAAD neu diskutieren zu wollen. Nach der Ausweitung des THAAD-Systems brachen seine Umfragewerte in Südkorea ein.