Backpacker entdecken den Iran als neuen Reisetraum

Backpacker entdecken den Iran als neuen Reisetraum
Die Chakhmagh Moschee in Yazd, 700 km südlich von Tehran, 15. Oktober 15, 2008.
Mehr als 6 Millionen Menschen besuchten den Iran im vergangenen persischen Jahr, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Iran hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 mehr als 20 Millionen Besucher zu erreichen. Unter den neuen Besuchern sind vor allem viele junge Rucksacktouristen.

Der Iran gilt als ein gastfreundliches und noch unerschlossenes Land. Es ist ein Leichtes, in dem so fern scheinenden Land von Fremden nach Hause eingeladen zu werden und die Jahrtausende alte Kultur zu erleben. Während in Barcelona die Anwohner gegen den Massentourismus protestieren, freuen sich die Iraner über ausländische Besucher und neue Freundschaften mit Fremden. Couchsurfing, von den Mullahs offiziell verboten, ist im Iran eine Möglichkeit gut unterzukommen. Auch ausländische Hotelketten ziehen nach und wollen teil an dem neuen Markt haben. 

22 UNESCO-Weltkulturerbestätten lassen sich hier bewundern, die Unterbringung und Verpflegung sind gut und günstig. Strand, Wüste und auch Skigebiete hat das Land zu bieten - und vor allem ist es sicher. Die Kriminalitätsrate ist gering und die Terrorgefahr sehr niedrig. Lufthansa und die Britisch Airways fliegen den Iran direkt an. Die Iran Air konnte seine Flotte mit neuen Flugzeugen bestücken und bietet in diesem Jahr Direktflüge von Frankfurt, Köln, Hamburg und Teheran an. Auch das Nuklearabkommen von 2015 beflügelte den Tourismus. Gleichzeitig wurde die Visumserteilung erleichtert. 

Chinesische Touristen am Strand der Kish-Insel im Persischen Golf, 4. August 2008.

Manche ausländische Tourismusfirmen zögern noch, ein Standbein im Iran aufzumachen. Die französische Firma Accor (ACCYY) unterhält im Iran mittlerweile zwei Hotels. Im kommenden Jahr folgen Hotels der spanischen Gruppe Melia und Rotana aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. 

Trotz neuer Sanktionen gegen den Iran durch Washington, eine mediale Kampagne, den Iran das Land als Achse des Bösen hoch zu stilisieren, und Einreisebeschränkungen für Iraner durch Trumps "Muslim ban", reißen die Besucherzahlen aus den USA nicht ab. Der Iran hatte entschieden, die normalen US-Amerikaner für die Politik ihres Landes nicht abzustrafen und sie weiterhin ins Land zu lassen. In der Öffentlichkeit durchdringt die Lebensfreude der Iraner immer dann die ausländischen Medien, wenn ein wichtiges internationales Fußballspiel gewonnen wird, oder wie zuletzt bei der Wiederwahl Rohanis, der als Reformer gilt und dem die Stimmen der Jugend sicher ist:

Viele kennen den Iran nur durch die Medienberichte: Frauen in dunkle Tücher gehüllt, Alkoholverbot, Festnahmen durch die Religionspolizei. Ja, es gibt sie noch, die Frauen im Schador und die Religionspolizei. Aber bei Ausländern gilt ein laxer Umgang mit den Kleidervorschriften. Das Party-Mekka ist die Hauptstadt Teheran. In Kellern, in privaten Gärten und Wohnzimmern lässt sich immer eine Party finden. Die Stadt Teheran schläft nie. 

Auf Youtube teilen Rucksacktouristen ihre Erlebnisse im Iran: 

Eine Webseite, spezialisiert auf Rucksacktouristen, rechnete aus, dass 20 Euro pro Tag für Unterkunft, Essen, Transport und Aktivitäten im Iran völlig ausreichend sind. Als beste Reisezeit bietet sich März bis Juni oder September bis November an. Im März wird das größte Fest des Iran abgehalten: Nowruz, das persische Neujahrsfest. Ein Visum kann bei der Einreise beantragt werden. Dieses gilt für 30 Tage. Aufgrund der Sanktionen kann man über die gängigen Hotelbuchungsseiten noch keine Unterkünfte reservieren. 

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