Putin und Moon zum Konflikt um Nordkorea: Diplomatie und Inklusion statt Eskalation

Putin und Moon zum Konflikt um Nordkorea: Diplomatie und Inklusion statt Eskalation
Wladimir Putin und Moon Jae-in während der gemeinsamen Presse-Konferenz am Rande des Östlichen Forums; 6. September 2017, Wladiwostok, Russische Föderation.
Heute trafen einander die Präsidenten Wladimir Putin und Moon Jae-in in Wladiwostok. Putin verurteilte Nordkoreas jüngste Nukleartests und forderte erneut eine politische Lösung des Koreakonflikts. Auch Moon will Nordkorea darin inkludieren.

In Russland sind 600 südkoreanische Unternehmen tätig. Ihre Beteiligung an großen Infrastrukturprojekten im fernen Osten Russlands, Investitionen in Milliardenhöhe, reger Kulturaustausch und erhöhte beiderseitige Tourismusströme dank Visafreiheit - das alles unterstreicht das beiderseitige Interesse Südkoreas und der Russischen Föderation an einem langfristigen Frieden in Korea.

Dieses brachten auch die Staatschefs beider Länder während ihrer gemeinsamen Presse-Konferenz in Wladiwostok zum Ausdruck. Auch das andere Korea könnte als dritter Partner bei den Projekten mitwirken, merkte Moon Jae-in an:

Wir haben uns darüber verständigt, die Grundlage für die Umsetzung trilateraler Projekte unter Teilnahme der beiden Koreas zu stärken", sagte der südkoreanische Präsident.

Feierlichkeiten zum 105. Geburtstag des Staatsgründers Kim II Sung am 14. April 2017.

Die Projekte, um die es geht, sollten die koreanische Halbinsel und den fernen Osten Russlands miteinander verbinden, fügte er hinzu. Die Erschließung dieser noch wenig entwickelten Region werde nicht nur zur Prosperität der beiden Länder, sondern auch zu Veränderungen in Nordkorea beitragen. Dies werde eine Grundlage sein, um die trilateralen Beziehungen zu verankern und zu stärken, so Moon.

Putin: "Wir werden einen nuklearen Status Nordkoreas nicht akzeptieren"

Doch zunächst sollte die Lage im Nordkorea-Konflikt deeskalieren. Der russische Präsident bekräftigte vor seinem südkoreanischen Kollegen aufs Neue, dass er einen nuklearen Status Nordkoreas nicht anerkennen würde.

Er fügte hinzu, Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm verstoße grob gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, unterminiere geltende Nichtverbreitungsregelungen und gefährde die Sicherheit in Nordostasien.

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Putin rief aber gleichzeitig dazu auf, den Emotionen zu widerstehen und Nordkorea "nicht in die Enge zu treiben". Zuvor hatte er erklärt, dass die Haltung Nordkoreas trotz aller Kritik am Nuklearprogramm nachvollziehbar ist:

Sie würden, wie ich gestern bei einem Treffen mit meinen Kollegen gesagt habe, Gras essen. Verstehen Sie? Aber sie werden dieses Programm nicht aufgeben, wenn sie sich nicht sicher fühlen", sagte Putin auf der Pressekonferenz der BRICS-Staaten am Tag davor.

Auf dem Treffen mit Moon Jae-in wies Putin erneut darauf hin, dass die russische-chinesische Roadmap zur Lösung des Koreakonflikts die notwendigen Schritte zu einer politischen Lösung mit den Mitteln der Diplomatie beinhaltet.

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