Trotz Kriegsverbrechen: Israelische Waffen befeuern den Konflikt in Myanmar

Trotz Kriegsverbrechen: Israelische Waffen befeuern den Konflikt in Myanmar
Polizisten in Letpadan, Myanmar, 11. März 2015.
Rund 87.000 Mitglieder der Rohingyas haben Myanmar aufgrund der Gewalt verlassen. Israel verkauft trotz bestätigter Kriegsverbrechen weiterhin Waffen an das Land und gießt Feuer in den Konflikt. Die neue Gewaltwelle eskalierte nach der Tötung von zwölf Polizisten durch muslimische Rebellen.

Muslime weltweit zelebrieren derzeit das Opferfest, das höchste islamische Fest inmitten des Hadsch. In Myanmar aber bestimmt Gewalt die Tage der muslimischen Minderheit der Rohingya. Ihnen werden in Myanmar alle Bürgerrechte aberkannt. Sie sind staatenlos im eigenen Land ohne Bürgerrechte und ohne den Schutz vor Gewalt. 

Laut eines UN-Berichts flohen bereits 87.000 vor einer neuen Gewaltwelle. Das israelische Verteidigungsministerium wollte dennoch von Waffengeschäften mit Myanmar nicht absehen. Die Behausungen der Rohingyas werden vom Militär angezündet. Es gibt Berichte über Ermordungen, Kidnappings, Vergewaltigungen und anderen körperlichen Gräueltaten gegen Angehörige der Rohingyas. Die neue Gewaltwelle wurde durch die Tötung von zwölf Soldaten durch muslimische Rebellen weiter entfacht. Bereits im letzten Oktober hatte das Militär mit drastischen Maßnahmen zur Vertreibung der Rohingyas begonnen. 

Einer der Anführer der Junta, General Min Aung Hlaing, stattete israelischen Waffenherstellern im September 2015 einen Besuch ab. Auch Termine beim israelischen Präsidenten Reuven Rivlin und hochrangigen Militäroffiziellen Israels standen ebenso auf der Agenda wie die Visite einer Militärbasis und Vertragsfirmen wie Elbit Systems und Elta Systems, so berichteten die israelischen Haaretz-Nachrichten.

Dem Besuch eilte ein Vorausbesuch Michel Ben-Baruchs, Leiter des internationalen Verteidigungskooperations-Direktorats des israelischen Verteidigungsministeriums, auch bekannt als SIBAT, in Myanmar voraus. Die Junta dort gab bekannt, dass sie Schnellboote vom Typ Super Dvora aus Israel gekauft haben und weitere Käufe im Gespräch seien. Im August 2016 publizierte "TAR Ideal Concepts" Bilder, aus denen hervorging, dass Myanmar "corner shot rifles" erworben habe und diese nun zum Einsatz gekommen seien. 

2015 wurden die Wahlen des ehemaligen Burmas von der Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gewonnen. Aber der Regierung fehlt die Oberhand über die Sicherheit des Landes. Die Milizen, die dem Militär zuspielen, machen sich der Kriegsverbrechen schuldig. In Moskau wurde gegen das Morden demonstriert. Die Demonstranten verlangten von den Verantwortlichen in Myanmar, sofort die Verfolgung und das Morden an der Minderheit einzustellen. Bei jüngsten Gewaltausbrüchen sollen 400 Menschen getötet worden sein.