Kriegsvorbereitungen auf der koreanischen Halbinsel konkretisieren sich

Kriegsvorbereitungen auf der koreanischen Halbinsel konkretisieren sich
Südkoreanische F-15 K feuert bei einen simulierten Angriff auf Nordkorea einen SLAM-ER Marschflugkörper ab, 4. September
Nordkorea bereitet einen neuen Raketentest vor. Die am Sonntag in Nordkorea getestete Atombombe soll eine Sprengkraft von über 50 Kilotonnen gehabt haben. Am Montag sprach sich Südkorea öffentlich für eine militärische Lösung aus. Militärübungen nehmen Pjöngjang ins Visier.

Der südkoreanische Präsident Moon rief seine politischen Gegner im Blauen Haus (Name des Parlamentes in Seoul) dazu auf, politische Differenzen beizulegen, um sich der Bedrohung aus Nordkorea anzunehmen. Das südkoreanische Verteidigungsministerium gab am Montag bekannt, dass es sich in Richtung einer militärischen Lösung und weg von der sogenannten "Berlin-Initiative" bewegt.

Donald Trump sitzt zwischen seinen wichtigsten Beratern, dem Nationalen Sicherheitsberater H.R. McMaster, links neben ihm, und Verteidigungsminister James Mattes, rechts neben Trump, Brüssel, 25. Mai 2017.

Bezeichnet wird damit eine angestrebte Politik Moons zur Denuklearisierung Pjöngjangs. Im Gegenzug hätte Pjöngjang wirtschaftliche und Sicherheitsgarantien erhalten. Ziel wäre ein Friedensschluss ohne den Zwang zu einer Wiedervereinigung gewesen. Die Berlin-Initative wurde nun vom südkoreanischen Verteidigungsminister Song Young-moo öffentlich während einer Kabinettssitzung begraben. Dessen Aussage folgte auf den nordkoreanischen Atombombentest am Sonntag, der zu einem Erdbeben in der Region führte. Song forderte in einem Gespräch mit James Mattis von den Amerikanern unbedingten Rückhalt und eine regelmäßige Verlagerung der amerikanischen Militärstärke. Unter anderem sollen ein atombetriebener Flugzeugträger und Kampfflugzeuge nun die koreanische Halbinsel durch die Amerikaner sichern. 

Am Montag wurde öffentlich, dass vier weitere THAAD-Raketenabwehrsysteme in Südkorea stationiert werden. Zwei THAAD-Systeme sind bereits im Einsatz. Die Aufstellung der amerikanischen Militärverteidigungssysteme führte zu Spannungen zwischen China und Südkorea, ein politischer Boykott von Seiten Pekings war die Folge. Moon Jae-in hatte sich im Wahlkampf dazu ausgesprochen, THAAD neu zu diskutieren. Er kritisierte, dass das südkoreanische Volk vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, denn die Aufstellung der THAAD-Systeme war zu einer Zeit der Übergangsregierung entschieden worden. 

Japan bereitet die Öffentlichkeit auf einen Krieg vor

In Japan bestimmt das Thema Nordkorea die Presse. Die Gefahr eines Krieges bietet der Regierung Shinzo Abes die Chance, Stimmen für die Aufrüstung und gegen die pazifistische Verfassung zu gewinnen. Eine neue Ausgabe japanischer Kriegserinnerungen "Magotachi e no Shogen" (Erinnerungen für unsere Enkelkinder) wurde für die jüngere Generation veröffentlicht. Es handelt sich bereits um die 30. Ausgabe, die mit persönlichen Erinnerungen und Kriegsgeschichten aus japanischer Sicht gespickt ist. 

Südkorea glaubt an einen baldigen neuen Raketentest Pjöngjangs. Der letzte führte über die nördliche Hauptinsel Hokkaido hinweg. Anwohner Japans wurden von einem Frühwarnsystem auf ihren Mobiltelefonen und Sirenen geweckt. Auch China verurteilte den Test der Wasserstoffbombe am Sonntag und kündigte scharfe Reaktionen an. 

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In diesem Monat sollen weitere Militärübungen zwischen Amerikanern und Südkoreanern abgehalten werden. Ein Teil dieser sollen auch Raketen sein, die mit 500 Kilometern Reichweite nordkoreanische Nuklearanlagen ins Visier nehmen können.