Amerikaner rechnen mit Perfektion der nordkoreanischen Interkontinentalrakete Ende 2018

Amerikaner rechnen mit Perfektion der nordkoreanischen Interkontinentalrakete Ende 2018
Nordoreaner beobachten den Start einer Hwasong-12-Mittellangstreckenrakete in Pjöngjang, Nordkorea, 30. August 2017.
Ein US-Militärexperte geht davon aus, dass Nordkorea bis Ende 2018 seine Internkontinentalraketen perfektioniert haben wird. Der jüngste Raketentest erstreckte sich über die nördliche Hauptinsel Japans. Unterdessen nähert sich auch Theresa May den Japanern an.

Der US-amerikanische Pazifikkommandant Admiral Harry Harris wies während seines Besuchs in Seoul auf die wachsende Gefahr aus Nordkorea hin. Zuvor hatte die Washington Post, sich auf Informationen des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums berufend, berichtet, dass Nordkorea noch in diesem Jahr in der Lage sein werde, eine ICBM mit einem Atomwaffensprengkopf auszustatten. Harry Harris widersprach damit dem Bericht der Washington Post. 

Trump warnte nach dem jüngsten Raketentest auf Twitter, dass Reden nicht die Antwort auf die Nordkoreaner sei: 

Die Mittellangstreckenrakete aus Nordkorea war eine erwartete Antwort auf die Ulchi-Militärübungen in Südkorea, an der sich US-amerikanische und südkoreanische Streitkräfte beteiligt hatten. Russland und China hatten vor einer neuen Eskalation gewarnt. Ein Novum bezüglich der nordkoreanischen Tests war, dass die Hwaseong-12-Rakete über Japan hinwegflog und nicht wie bislang gewohnt vor der japanischen Ostküste ins Meer stürzte. Die Anwohner Hokkaidos wurden von Textnachrichten der Regierung geweckt, Sirenen folgten. Nationalisten, die eine Aufrüstung Japans befürworten und eine Abkehr von der pazifistischen Verfassung, zog es auf die Straßen. 

Platz in Pjöngjang, Nordkorea, 16. April 2017.

Theresa May nutzt die Nordkorea-Krise für eine neue Allianz mit den Japanern

Japan und Großbritannien schworen am Donnerstag, dass sie aufgrund der nordkoreanischen Bedrohung ihre Zusammenarbeit in der Cybersicherheit, Verteidigung und Terrorabwehr vertiefen werden. Es ist ein Versuch Theresa Mays, durch einen Besuch in Japan noch vor dem Brexit die Verbindungen zum japanischen Partner zu vertiefen. Britische Soldaten sollen künftig an gemeinsamen Militärmanövern in Japan teilnehmen und dabei helfen, das Land auf die Olympischen Spiele 2020 vorzubereiten. Nachdem Theresa May am Mittwoch Japan erreicht hatte, rief sie China dazu auf, mehr Druck auf Nordkorea auszuüben. 

USA rüsten zur Abschreckung Südkorea auf

Die Amerikaner verlegten zum Zwecke der Abschreckung zwei B-1B-Jagdbomber und zwei F-35B-Jagdflugzeuge nach Südkorea. In der östlichen Provinz Gangwon führten die Streitkräfte Bombadierungsübungen durch. Spekulationen, auch Atomwaffen aus den USA könnten bald in Südkorea stationiert werden, dementierte Seoul jedoch. 

Der Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums Cho June-hyuck dazu:

Unser Grundanliegen ist es, die koreanische Halbinsel zu de-nuklearisieren, durch eine komplette nukleare Abrüstung im Norden. 

Die Amerikaner hatten ihre Atomwaffen von Südkorea im Jahr 1991 abgezogen, nachdem beide Teilstaaten Koreas eine Erklärung zu einer Region ohne Nuklearwaffen unterzeichnet hatten.