Nazis zum Vorbild: Japanischer Finanzminister lobpreist Hitler für seine "richtigen Intentionen"

Nazis zum Vorbild: Japanischer Finanzminister lobpreist Hitler für seine "richtigen Intentionen"
Japanischer Finanzminister Taro Aso, Bari, Italien, 12. Mai 2017
Taro Aso, Japans Finanzminister, lobte Hitler dafür, "richtige Motive" gehabt zu haben. Es war nicht seine erste Sympathiebekundung für die Nazis. Er nahm sich diese bezüglich der angestrebten Verfassungsänderung zum Vorbild, um Japan aufzurüsten.

Während einer Fraktionssitzung der Liberaldemokratischen Partei (LDP) sagte Aso

Hitler, der Millionen Menschen umbrachte, war nicht gut, auch wenn seine Intentionen richtig waren. 

Auf Druck der Öffentlichkeit und der Regierung musste Taro Aso seinen Kommentar wenig später revidieren: 

Es ist durch meine generellen Aussagen klar, dass ich Hitler sehr negativ sehe und es ist klar, dass seine Motive falsch sind. Es war falsch, dass ich Hitler zum Beispiel nahm und ich würde dies gerne wieder zurücknehmen. 

Aso war schon 2013 durch einen Kommentar in die Kritik geraten. Auch darin stellte er die Nazis als Vorbild dar, denn diese hätten die Verfassung entsprechend ihren Vorstellungen geändert.

In diesem Zusammenhang nahm Aso auch Bezug auf die seiner Meinung nach unberechtigte Kritik an Besuchen von Politikern am Yasukuni Jinja, einem Tempel, in dem sich ein auf internationaler Ebene umstrittener Schrein befindet.

Dort wird 2,4 Millionen Menschen namentlich gedacht, die im Krieg als Soldaten dienend umgekommen waren. Unter den Geehrten befinden sich aber auch 1.068 Personen, die durch die Alliierten als Kriegsverbrecher verurteilt wurden. Die jährlichen Feierlichkeiten am Tempel werden entsprechend immer auch von Protesten in Tokio und in der gesamten Region begleitet.

Premierminister hält an Besuchen des Schreins und an Verfassungsänderung fest

Auf dem Stundenplan japanischer Schulkinder in Tokio steht auch ein Besuch des Museums zum Yasukuni-Tempel. Dieses verkörpert eine japanische Geschichte, die fern der Gräueltaten der Japaner im Zweiten Weltkrieg ist. Auch Shinzo Abe nimmt regelmäßig an Gebeten zu den Feierlichkeiten am umstrittenen Schrein teil. Der japanische Premierminister und seine Partei der Konservativen streben eine Verfassungsänderung an, um sich von der derzeitigten, pazifistisch ausgerichteten Verfassung abzuwenden. Japan ist verfassungsrechtlich der Kriegseintritt und die Aufrüstung untersagt. Die Bedrohung durch Nordkorea beherrscht derzeit die japanischen Medien. 

Der japanische Nationalismus im Zweiten Weltkrieg wurde auch als Bushido, der Weg des Kriegers, bezeichnet. Man bediente sich alter Samurai-Ideale. Die heutigen rechtsradikalen Gruppierungen in Japan weisen eine feindliche Einstellung gegenüber China, Nord- und Südkorea auf. Der jüngste Raketentest Nordkoreas nahm eine zuvor ungesehene Flugroute ein und überquerte die nördliche Hauptinsel Hokkaido.

Japans Nationalisten fordern Grenzrevisionen

Nationalisten der "Uyoku Dantai" zog es auf die Straßen, sie fühlten sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass es nun an der Zeit sei, als Nation militärisch zu erstarken. An den Wochenenden fallen die Gruppen in den japanischen Großstädten den Besuchern auf. Sie fahren mit schwarzen Kleintransportern durch die Straßen vorzugsweise dort, wo sich vermehrt die "Gaijin" (japanischer Begriff für Ausländer) aufhalten und beschallen die Fußgänger mit nationalistischen Propagandaliedern. Vor Vertretungen Chinas, Koreas und Russlands protestieren sie und fordern die Übergabe der Senkaku- und Kurilen-Inseln an Japan.