Korea-Krise: Russische Langstreckenbomber fliegen Einsätze rund um die koreanische Halbinsel

Korea-Krise: Russische Langstreckenbomber fliegen Einsätze rund um die koreanische Halbinsel
Russische Langstreckenbomber vom Typ Tu-95 fliegen derzeit über neutralen Gewässern in der Konfliktregion um die koreanische Halbinsel. Japan will ein US-Raketenabwehrsystem gegen Nordkorea, Russland warnt vor dessen Unverhältnismäßigkeit angesichts der Bedrohungslage.

Am Montag begannen die Manöver der Reihe "Ulchi Freedom Guardian", die alljährlich zwischen Südkoreanern und Amerikanern abgehalten werden. China und Russland hatten die beteiligten Länder im Vorfeld dazu aufgefordert, die Manöver angesichts der derzeitigen Spannungen zwischen Pjöngjang und Washington einzustellen.

Rund 40.000 Teilnehmer nehmen an der Übung teil, darunter 17.500 US-Soldaten. Nordkorea sieht die Manöver als Aggression und als Kriegsübung gegen sein Land an. Südkorea und die USA dementieren dies und weisen auf die defensive Natur der Übungen hin.

Sacharowa mahnt zur Vorsicht

Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, mahnte, dass die Übungen nicht zur Deeskalation in der Region beitrügen:

Wir raten allen Parteien zur höchsten Vorsicht. Noch mehr Waffen in die Region zu pumpen, kann auch nur bei einem unbedachten Schritt oder  unbeabsichtigten Vorfall zum Vorwand für einen militärischen Konflikt werden. 

Während der Routineflüge entlang von Teilen der Route begleiteten Luftüberlegenheitsjäger Su-35 und das russische AWACS-Flugzeug A-50 die russischen Langstreckenbomber, so das russische Außenministerium. Dieses fügte hinzu, dass die Flüge regelkonform sind: 

Alle Flüge finden im Rahmen der internationalen Regeln zur Nutzung des Luftraums über neutralen Gewässern statt, ohne die Grenzen von anderen Staaten zu verletzen.

Sacharowa nahm auch Bezug auf japanische Medienberichte, denen zufolge die Regierung in Tokio in Erwägung zieht, ein neues amerikanisches Raketenabwehrsystem, welches als "Aegis Ashore" bezeichnet wird, gegen Nordkorea aufzustellen. Für Russland steht dieser Wunsch nicht im Verhältnis gemessen an den realen Gefahren aus Nordkorea:

Wir haben die in Japan über die letzten Jahre geführten Diskussionen zu möglichen Raketenabwehrsystemen aus den USA sehr aufmerksam mitverfolgt. Natürlich haben wir auch die jüngsten Medienberichte vernommen, wonach das japanische Verteidigungsministerium dem "Aegis Ashore System" zugeneigt ist. 

Wird Abe die Spannungen zur Änderung der Verfassung nutzen?

Das Aegis-Raketenabwehrsystem, kurz: ABMD, ist so ausgelegt, dass es Kurz- bis Mittellangstreckenraketen abzuwehren vermag. Es kann von Schiffen und vom Boden aus gestartet werden. Die Kosten für zwei bis drei solcher Batterien würden sich auf 70 bis 80 Milliarden Yen, das wären umgerechnet 54 bis 61 Milliarden Euro, belaufen, so berichtete die japanische Zeitung Mainichi in der Vorwoche. 

Japan hat bereits mehrfach gemeinsam mit den USA und Südkorea Manöver in der Region abgehalten. Der letzte Raketentest Nordkoreas war von der japanischen Küste Hokkaidos aus zu sehen. Kritiker der Regierung Abes sehen in der medialen Gefahrenpropaganda aus Tokio einen Weg, um die Bevölkerung auf seine geplante Änderung der Verfassung des Landes vorzubereiten. Bisher verbietet Artikel 9 Japan die Aufrüstung und einen Kriegseintritt. Dies will Abe künftig ändern.