Nordkorea veröffentlicht Video mit angedeutetem Raketenangriff auf US-Basis in Guam

Nordkorea veröffentlicht Video mit angedeutetem Raketenangriff auf US-Basis in Guam
Nachdem sich die Tonlage zwischen den USA und Nordkorea wieder etwas gemäßigt hatte, sorgt das gemeinsame Manöver der USA mit Südkorea für neue Spannungen.
Nordkorea hat ein Propagandavideo veröffentlicht, in dem erneut mit einem Raketenangriff auf die Insel Guam gedroht wird. Zudem kündigte Nordkorea „gnadenlose Rache“ im Hinblick auf das gemeinsame Manöver der USA und Südkorea an.

Das vierminütige Video aus Nordkorea zeigt unter anderem eine Fotomontage mit Donald Trump vor einem Friedhof mit Kreuzen und Vizepräsident Mike Pence in einem Flammenmeer. Zudem deutet es einen Angriff mit ballistischen Mittelstreckenraketen auf die Insel Guam an. Texteinblendungen sprechen davon, dass die US-Amerikaner „ihre Augen und Ohren weit aufgerissen halten sollen“, denn sie würden „Tag und Nacht von Hwasong-12-Raketen gepeinigt werden“, von denen sie noch nicht einmal wissen würden, „wann sie gestartet wurden.“ Die US-Amerikaner würden vor „Furcht erzittern“, so der Text in dem Video.

Wir wünschen nur, dass die US-Politiker zweimal über das offensichtliche Ergebnis eines Krieges nachdenken sollten,

sagt ein weiterer Titel, der ein Foto des US-Verteidigungssekretärs James Mattis zeigt.

Der US-Seite läuft die Zeit davon. 

Luftbild der US-Marine Basis Guam, Marianen-Archipel

Nordkorea hatte nach dem Beginn eines gemeinsamen Militärmanövers der USA mit Südkorea seine Tonlage verschärft. Ein Sprecher der im Grenzort Panmunjom stationierten Einheit der nordkoreanischen Volksarmee drohte am Dienstag wegen der Übungen im Nachbarland mit "schonungsloser Vergeltung und Bestrafung." Wie die Maßnahmen aussehen sollen, blieb unklar. Ungeachtet der zunehmenden Drohungen Nordkoreas betonte der Befehlshaber des Pazifikkommandos der USA, Harry Harris, wie wichtig eine diplomatische Lösung in dem Konflikt sei.

„Der wichtigste Startpunkt ist ein diplomatischer Startpunkt“, sagte Harris laut Berichten südkoreanischer Sender auf dem südlich von Seoul liegenden US-Luftwaffenstützpunkt Osan.

Wir hoffen darauf und wir arbeiten an einer diplomatischen Lösung für die Herausforderung durch (Nordkoreas Machthaber) Kim Jong Un.

Diese Arbeit müsse von einem starken militärischen Aufwand und einer "glaubwürdigen Kampfkraft" gestützt werden. Der Admiral inspizierte in Begleitung weiterer US-Kommandeure das laufende Manöver. Der nordkoreanische Armeesprecher unterstellte den USA, durch ihr Manöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten.

Die USA werden für die katastrophalen Konsequenzen zur Verantwortung gezogen, die solche rücksichtslosen aggressiven Kriegsmanöver nach sich ziehen, wurde er von den Staatsmedien zitiert.

US-Soldaten ruhen sich nach einem Manöver mit südkoreanischen Soldaten im Rahmen des

Dass Nordkorea seine Rhetorik bei Manövern auf der anderen Seite der Grenze verschärft, ist nicht unüblich. Doch die Spannungen hatten sich zuletzt nach zwei nordkoreanischen Teststarts von Interkontinentalraketen im Juli wieder deutlich erhöht. Das Land arbeitet an der Entwicklung von Raketen, die einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können.

Mehr lesen:  Hype um amerikanische Sonnenfinsternis und Kriegs-Prophezeiungen

US-Präsident Donald Trump hatte der Führung in Pjöngjang mit „Feuer und Wut“ gedroht, was angesichts der atomaren Bewaffnung beider Länder für Unruhe sorgte. Nordkorea drohte damit, Raketen in die Gewässer um die US-Pazifikinsel Guam abzufeuern. Letztlich stellte es seine Pläne aber zurück.  

Die USA und Südkorea hatten die seit Langem geplante elftägige Übung „Ulchi Freedom Guardian“ (Ulchi-Freiheitswächter) am Montag begonnen. Im Zentrum stehen computergestützte Simulationen eines Kriegs auf der koreanischen Halbinsel.

Der Kommandeur der US-Streitkräfte Korea (USFK), Vincent Brooks, wies Forderungen Nordkoreas nach einem Ende der gemeinsamen Manöver mit Südkorea zurück. Die beiden Alliierten würden die Übungen solange fortsetzen, bis „es einen Grund gibt, das nicht zu tun.“ Er betonte: „Diese Übungen sind sehr wichtig.“ Die USA haben 28.500 Soldaten als Abschreckung in Südkorea stationiert.

Auch eine Gruppe von US-Kongressabgeordneten mahnte bei einem Besuch in Seoul eine Gesprächslösung im Konflikt mit Nordkorea an. 

Wir müssen anerkennen, dass ein Präventionskrieg dieses Problem nicht lösen, sondern es viel schlimmer machen würde,

sagte der Senator Edward Markey, ein Demokrat aus Massachusetts, nach einem Treffen der Delegation mit Präsident Moon Jae In. Mit Nordkorea zu sprechen, sei keine Konzession der USA, sondern der einzige Weg, um die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei zu machen.

Mehr lesen: Nordkorea-Krise - USA und Südkorea beginnen Manöver und wenden sich von der Diplomatie ab

(rt deutsch/dpa)