Militärübungen zwischen Südkorea und USA werden zu diplomatischem Zankapfel

Militärübungen zwischen Südkorea und USA werden zu diplomatischem Zankapfel
Anti-Terror-Übungen im Rahmen der Ulchi Manöver, Südkorea, 21. August 2017.
Trotz Warnungen aus China und Nordkorea haben in Südkorea gemeinsame Militärübungen mit den USA begonnen. Der südkoreanische Präsident betont die friedliche Intention der Manöver und China wiederholt seine Warnungen an die Teilnehmer und fordert die sofortige Einstellung.

Am heutigen Montag beginnen die umstrittenen Militärübungen zwischen Südkorea und den Amerikanern, die der Friedenssicherung auf der koreanischen Halbinsel dienen sollen. Für Pjöngjang aber stellen sie eine Provokation dar und werden als aggressives Verhalten gewertet. Nordkorea warnte die teilnehmenden Parteien davor, die Übungen abzuhalten. 

Auch der südkoreanische Präsident Moon Jae-in betonte die defensive Natur der Ulchi-Friedens-Übungen bei einer Kabinettssitzung am Montag:

Die Ulchi-Übungen sind ein jährliches, defensives Manöver. Wir haben kein Interesse daran, die Spannungen auf der koranischen Halbinsel zu fördern.  

Proteste gegen Militärmanöver nahe eines US-Stützpunkts, Seoul, Südkorea, 20. August 2012.

Moon fügte hinzu, dass der Norden die Manöver nicht nutzen sollte, um die Situation zu befeuern. 

Nordkorea muss verstehen, dass Südkorea und die USA die defensiven Übungen wegen der wiederholten Provokationen durchführt, die den Teufelskreis in Gang halten. 

Die Manöver werden zu Lande, zu Wasser und in der Luft abgehalten. Bestandteil ist auch eine Computer-Simulation eines Nuklear-Angriffs durch Pjöngjang. 

China erinnerte durch den chinesischen Sprecher des Außenministeriums Hua Chunying am Montag an seine Haltung zu den Manövern:

Die derzeitige Situation auf der koreanischen Halbinsel ist sehr sensibel und fragil, die von den direkt involvierten Parteien, Südkorea und die USA mit eingeschlossen, gemeinsame Bemühungen verlangt, um die Anspannungen zu beseitigen.

Das chinesische Außenministerium riet zur sofortigen Einstellung der Übungen. Die Zahl der teilnehmenden US-Truppen wurde reduziert. Dieses Jahr nehmen 17.500 US-Soldaten teil, 2016 waren es 25.000. Der amerikanische Verteidigungsminister James Mattis sagte, dass dies lediglich die Notwendigkeit für weniger Personal reflektiere, es handle sich nicht um ein Einlenken gegenüber Nordkorea. 

Nutzer in den sozialen Netzwerken ziehen angesichts der Manöver Vergleiche zwischen Trump und Kim Jong-un: 

Nordkorea warnte, dass die Übungen zu einem Nuklearkrieg führen könnten. Die südkoreanischen Yonhap-Nachrichten zitierten die Koreanischen Staatsnachrichten: 

Wenn die USA sich in eine Phantasie verloren haben, dass der Krieg auf der koreanischen Halbinsel auf fremdem Boden, weit weg von ihnen auf der anderen Seite des Pazifiks stattfindet, dann liegen sie falscher als je zuvor. 

Impressionen der Manöver aus dem Jahr 2015: