Südkoreaner und Amerikaner wollen trotz Warnungen Militärmanöver beginnen

Südkoreaner und Amerikaner wollen trotz Warnungen Militärmanöver beginnen
Proteste gegen Militärmanöver nahe eines US-Stützpunkts, Seoul, Südkorea, 20. August 2012.
Nordkorea warnt, dass weitere Militärmanöver zwischen Südkoreanern und Amerikanern an der Grenze zum Norden zu einer Eskalation führen können. Auch China und Russland sind sich einig, dass diese ein falsches Signal setzen. Das Manöver soll trotzdem stattfinden.

Am Donnerstag gab der Chefstratege Trumps, Steve Bannon, bekannt, dass es eine Möglichkeit gäbe, zwischen den USA und Nordkorea ein Abkommen zu erwirken, in welchem die USA ihre Truppen aus Südkorea abziehen. Im Gegenzug soll sich Nordkorea von seinem Nuklearprogramm verabschieden. 

Spekulationen gab es auch darüber, dass Südkorea die geplanten Militärübungen in einem geringeren Umfang durchführen wird. Dies war ein Vorschlag des südkoreanischen Präsidentenberaters Moon Chung-in. In dieser Woche soll - ungeachtet der delikaten Situation zwischen Pjöngjang, Seoul und Washington - die alljährliche "Ulchi-Friedenswächter-Übung" stattfinden.

Diese umfasst 50.000 südkoreanische und 25.000 US-amerikanische Truppen und gehört damit zu den größten Militärübungen weltweit. Sie findet im Rahmen des gemeinsamen Verteidigungsabkommens zwischen den USA und Südkorea statt, das am 1. Oktober 1953 unterschrieben wurde.

Namensgeber ist ein koreanischer Kriegsheld aus vergangenen Tagen. Munduk Ulchi verteidigte als Kommandeur der Kokuryu-Armee seine unterzählige Armee gegen hunderttausende chinesische Soldaten im frühen 7. Jahrhundert. Seine Armee täuschte die Chinesen und lockte sie in einen Hinterhalt. 

Panzer der südkoreanischen und der US-Armee während eines gemeinsamen Militärmanövers in Pocheon, Südkorea, 21. April 2017.

Die zehn Tage lang andauernden Übungen erzürnen Pjöngjang jedes Jahr. Sie beinhalten Trainings auf dem Land, zu Wasser und in der Luft. Man sieht diese im Norden als Training zum Angriff auf Nordkorea. Südkorea und die Amerikaner entgegnen, dass diese rein defensiver Natur sind. 

Aus einem Bericht der staatlichen Nachrichten Nordkoreas (KNCA) geht hervor, dass Kim Jong-un seine Angriffspläne umsetzen würde, wenn die Militärmanöver stattfänden: 

Die USA sollten mit ihren arroganten Provokationen gegen die DPRK und einseitigen Forderungen aufhören und nicht länger provozieren." 

Aus Nordkorea hieß es zu den geplanten Manövern: 

Aber die Sicherheitsexperten in Seoul und Washington sehen die 28.000 starken US-Truppen Südkoreas als einen Garant der Demonstration der Macht gegen Nordkorea und gemeinsame Übungen als unerlässlich an. 

Kein Loblied auf den südkoreanischen Präsidenten aus Pjöngjang nach den ersten 100 Tagen im Amt

Moon Jae-in, neu gewählter südkoreanischer Präsident, hat seine ersten 100 Tage im Amt absolviert. Aus Nordkorea erreichte das Blaue Haus Seouls keine Lobpreisung für sein Präsidentenamt. In einer Pressekonferenz am Donnerstag versicherte Moon, dass es unter ihm keinen zweiten koreanischen Krieg geben werde. Gleichzeitig warnte er den Norden, mit seinem "gefährlichen Spiel" aufzuhören. Die USA ermahnten Moon Jae-in, dass ein militärisches Eingreifen ohne die Zustimmung seines Landes nicht möglich sei. 

In der nordkoreanischen Zeitung "Rodong Sinmun" hieß es: 

Die südkoreanischen Äußerungen zur Verbesserung der inter-koreanischen Beziehungen erwiesen sich als Heuchelei. Der Inhaber der südkoreanischen Macht treibt Sanktionen voran und übt Druck aus, während er gleichzeitig den Dialog sucht."

Der Beginn der Übungen soll am Montag, dem 21. August, sein. Eine Ankündigung gab es im südkoreanischen Arirang TV: