Russland und China kritisieren amerikanisches Militärmanöver auf koreanischer Halbinsel

Russland und China kritisieren amerikanisches Militärmanöver auf koreanischer Halbinsel
Panzer der südkoreanischen und der US-Armee während eines gemeinsamen Militärmanövers in Pocheon, Südkorea, 21. April 2017.
Die Außenminister Russlands und Chinas warnten vor weiteren Militärmanövern in Südkorea, denn diese könnten den Konflikt in der Region eskalieren lassen. China erließ neue Sanktionen gegen Nordkorea. Die USA setzen weiterhin auf die Demonstration von Stärke.

Während der Feierlichkeiten zum Ende der japanischen Besetzung im Zweiten Weltkrieg machte Kim Jong-un den Amerikanern ein vorsichtiges Friedensangebot. Vor einem Angriff wolle er zunächst abwarten, wie sich die Amerikaner weiter verhalten und von Militärschlägen absehen, wenn sie ihr "aggressives Agieren" einstellten. 

Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein chinesischer Kollege Wang Yi stimmten in einem Telefongespräch darin überein, dass gemeinsame Militärmanöver zwischen Südkorea und den USA schnell zu einer Eskalation der Situation führen könnten. 

Wang Yi zitierte dazu seinen Amtskollegen:

Sergej Lawrow sagte, sofern die Vereinigten Staaten und Südkorea gemeinsame Militärmanöver unterhalten, werde sich die Situation rund um die koreanische Halbinsel vielleicht wieder verschlimmern. 

Moskau unterstrich abermals seine Intentionen, zu einer friedlichen Lösung des Konflikts beitragen zu wollen.

Kim Jong-un, Pjöngjang, Nordkorea, 13. September 2016.

In einer eigenen Erklärung schrieb der russische Außenminister, Politiker in aller Welt würden zurecht warnen vor "militärischer Abenteuerlust und Drohungen damit, Gewalt auszüben, egal von welcher Seite diese kommen".

China setzte jüngst neue Sanktionen gegen Nordkorea um. Beschränkt werden fortan Einfuhren von Eisen, Eisenerz, Fisch und Meeresfrüchten. Rund 80 Prozent des Handels Nordkoreas findet im Austausch mit dem chinesischen Nachbarn statt.

Aus Südkorea kamen diese Woche unterdessen ungewohnt harsche Töne gegenüber den Amerikanern. Präsident Moon Jae-in warnte die USA, dass eine militärische Lösung nur von Korea selbst zu entscheiden ist. Hier waren sich Südkorea und der Norden einig.  

Russland und China unterstützten bereits in der Vergangenheit die Position, dass die USA und Südkorea keine weiteren Militärmanöver in der Region durchführen. Die nordkoreanische Regierung hatte dies zur Bedingung gemacht, um auf eigene Rüstungsprogramme zu verzichten.

Auch der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hatte am Montag darauf verwiesen, dass eine Lösung für diesen Konflikt "nur auf dem Verhandlungsweg" zu erreichen sei. Wer einer Welt ohne Nuklearwaffen näherkommen wolle, brauche funktionierende Verträge und Vereinbarungen mit verlässlichen Überwachungsmechanismen.

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