Beide Koreas warnen Trump: "Militärische Handlungen nur von Korea zu entscheiden"

Beide Koreas warnen Trump: "Militärische Handlungen nur von Korea zu entscheiden"
Kim Jong-un, Pjöngjang, Nordkorea, 13. September 2016.
Nordkoreas Armee hat Kim Jong-un in die Angriffspläne auf Guam eingeweiht. Gleichzeitig gab Kim bekannt, dass er das Verhalten der USA zunächst beobachten und bei Zurückhaltung der USA nicht angreifen wolle. Auch Südkorea ermahnt derweil die USA zum Frieden.

In Japan wird heute, 72 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, der Kriegstoten gedacht. Neben dem Gedenken an die 3,1 Millionen gefallenen Japaner feiert das Land den Frieden. 

Dieser ist in der Region heute aber wieder in Gefahr und der japanische Premierminister Shinzo Abe will die pazifistische Verfassung des Landes abändern lassen, um Japan wieder einen Kriegseintritt und die Aufrüstung zu erlauben. Der jüngste nordkoreanische Raketentest war von der japanischen Insel Hokkaido aus gut sichtbar.

Kritiker Abes werfen dem Regierungsoberhaupt vor, die nordkoreanische Gefahr aufzubauschen und so die Kriegsmaschinerie der Vergangenheit wiederbeleben zu wollen. Während die Einen an diesem feierlichen Tag tatsächlich den Frieden preisen, träumen Andere von vergangenen Tagen, in denen Japan eine Militärmacht war.  

Der Raketentyp Hwasong-14 soll in der Lage sein, US-amerikanisches Festland zu erreichen.

In Nord- und Südkorea feiert man derweil das Ende der Befreiung von der japanischen Besatzung. In Nordkorea gehen die Festlichkeiten mit militärischen Präsentationen und Verlautbarungen einher. 

Einlenken Pjöngjangs nach drastischen Ansagen von Mattis und Trump?

Am Dienstag gab Nordkorea bekannt, dass die Pläne der Armee, die Pazifikinsel Guam ins Visier zu nehmen, Formen angenommen haben. Nordkoreanische Raketen wurden verladen, um entweder einen neuen Raketentest oder aber bereits einen Angriff vorzubereiten. Die nordkoreanischen Medien berichteten, dass die Armeeführung Kim Jong-un bereits in die Details eines möglichen Angriffs auf Guam eingewiesen habe.

Aber aus der Nachricht Pjöngjangs geht auch hervor, dass Nordkorea keinen Erstschlag gegen die Amerikaner tätigen, sondern das Verhalten der USA abwarten wolle. Demnach habe Kim geäußert:

Der amerikanische Imperialist hat wegen seiner rücksichtslosen militärischen Konfrontationen die Schlinge um seinen Nacken.

Er würde das "alberne und dumme Verhalten der Yankees noch ein wenig länger beobachten". 

Wenn wir das Feuer unserer Tests entfachen, sobald sich die USA noch rücksichtsloser verhalten, dann wird dies der schönste historische Moment, wenn die Hwasong-Artilleristen die Luftröhren der Yankees sprengen und Dolche auf ihre Nacken richten. 

Seoul will Mitsprache in Washingtons militärischen Entscheidungen

In Südkorea will man den Krieg mit allen Mittel vermeiden. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in richtete eine Nachricht in die Welt, dass ein Kriegseintritt der USA ohne Rückhalt seines Landes nicht möglich ist. Seoul wird "alles tun, um den Krieg zu vermeiden", denn das nationale Interesse Südkoreas ist Frieden. Die USA sollten alle Provokationen beenden:

Wir müssen die nordkoreanische Atomfrage friedlich lösen, egal, wie viele Höhen und Tiefen es gibt. 

US-Verteidigungsminister James Mattis warnte Nordkorea erneut vor einem Angriff der USA. Aus seiner Sicht wäre ein Krieg gegen Pjöngjang schnell zu Gunsten der USA entschieden. Sobald eine nordkoreanische Rakete auf der Insel Guam lande, werden die USA Nordkorea angreifen. Wenn ein Geschoss aus Pjöngjang die Gewässer rund um die Insel träfe, müsste Präsident Donald Trump entscheiden, wie weiter vorzugehen sei. 

Der Ruf nach Frieden aus Seoul ging mit scharfen Tönen an die Amerikaner einher: 

Militärische Handlungen auf der koreanischen Halbinsel können nur von der Republik Korea entschieden werden.

Kim Jong-un forderte eine "ordentliche Option" zum Frieden von den Amerikanern.