Korea-Krise: Chef des US-Generalstabs in Korea eingetroffen - Südkoreaner skeptisch gegenüber Trump

Korea-Krise: Chef des US-Generalstabs in Korea eingetroffen - Südkoreaner skeptisch gegenüber Trump
Eine Übung im Rahmen des Jubiläums der nordkoreanischen Armee, Nordkorea, 26. April 2017.
Die Insel Guam soll im Kriegsfall zum Angriffsziel für Nordkorea werden. Der Gouverneur verteidigt Trumps Wortwahl. In Südkorea aber kippt die Stimmung: Der Rückhalt des langjährigen Alliierten für Trumps Politik bröckelt. Neue Militärmanöver der USA können zur Eskalation führen.

Der republikanische Gouverneur der Pazifikinsel Guam, Eddie Calvo, sagte am Montag, dass ein Tyrann manchmal nur durch einen Schlag auf die Nase aufgehalten werden kann. Er verteidigte damit die Drohungen Donald Trumps gegen Nordkorea.

Kim Jong-un ist ein Tyrann mit einigen sehr starken Waffen ... ein Tyrann, dem man mit großer Kraft entgegentreten muss." 

Trump werde nach Meinung Calvos auf unfaire Weise für seinen Umgang mit der Korea-Krise kritisiert. Er verwies darauf, dass Nordkorea seit 2013 schon dreimal Guam bedroht hat.

Auf der Insel befinden sich zwei große US-Stützpunkte mit 6.000 Soldaten sowie Militärpersonal. Die USA besetzten das Atoll bereits im Jahre 1898, seitdem gilt die kleine Pazifik-Insel als nicht inkorporiertes US-amerikanisches Außengebiet. Ähnlich wie die Karibikinsel Puerto Rico hat Guam dadurch einen quasi kolonialen Status.

Die Aussagen Trumps unterscheiden sich nicht vehement von denen seines Vorgängers Obama. Dieser sagte während seiner Amtszeit: 

Wir könnten offensichtlich Nordkorea mit unserem Arsenal zerstören." 

Es gibt nach Calvo nur einen Tyrannen, und dieser heißt Kim Jong-un. Er habe schließlich seinen Halbbruder mit Nervengift getötet und seinen Onkel ermorden lassen. 

Nach Trumps erster "Feuer und Rache"-Aussage legte dieser nach, denn seine Aussagen erschienen ihm "nicht drastisch genug": 

Vielleicht waren meine Aussagen nicht drastisch genug. Nordkorea sollte sich zusammenreißen, sonst werden sie sich in einer Not wiederfinden wie nur wenige Nationen zuvor." 

US-Soldaten ruhen sich nach einem Manöver mit südkoreanischen Soldaten im Rahmen des

Der Rückhalt für Trumps Politik bei den Alliierten in Südkorea bröckelt

In Südkorea hat man für diese Art der Politik unterdessen weniger Verständnis. Der südkoreanische Präsidentschaftsberater Moon Chung-in kritisierte Trumps Eskalationsversuche und dessen unklare Nordkorea-Politik. Vor Trumps "Rache und Feuer"-Warnungen hatte Moon Jae-in versucht, in einem Telefongespräch Trump auf mildere Töne einzustimmen. Moon Jae-in setzt auf einen erneuten Dialog mit Nordkorea, kritisiert aber ebenfalls die wiederkehrenden Raketentests des Landes und die Nuklearwaffenambitionen. 

Joseph Dunford, General der Marine Corps und Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, trifft an diesem Montag auf den Präsidenten in Seoul. Rund 30.000 amerikanische Soldaten sind in Südkorea stationiert. Nach seinem Besuch in Südkorea plant Dunford, sich in China mit Xi Jinping zu treffen. Xi Jinping rief alle Seiten zur Mäßigung auf. 

Moon Chung-in gegenüber den ABC-Nachrichten: 

Es ist ein Feiglingsspiel, aber ich denke, was wir jetzt brauchen, ist gegenseitige Zurückhaltung."

Moon Chung-in hatte sich schon zuvor bereits für eine Reduzierung der amerikanisch-südkoreanischen Militärmanöver ausgesprochen, um Pjöngjang entgegenzukommen. Aber am 21. August im Rahmen des Jubiläums der japanischen Besatzung im Jahr 1945 werden wieder japanische und amerikanische Streitkräfte den Krieg proben. Am Dienstag sind in Nord-und Südkorea Feierlichkeiten zum Jubiläum angekündigt. Analysten warnen vor weiteren Eskalationen in der Region.