ASEAN-Konferenz: China wirft Japan Willfährigkeit gegenüber amerikanischen Interessen vor

ASEAN-Konferenz: China wirft Japan Willfährigkeit gegenüber amerikanischen Interessen vor
Der chinesische Außenminister Wang Yi in Manila, Philippinen, 8. August 2017.
Bei einem Treffen zwischen dem chinesischen Außenminister Wang Yi und dessen japanischem Amtskollegen Taro Kono im Rahmen der ASEAN-Konferenz in Manila äußerte sich Wang Yi kritisch zu Tokios Mission in der Region und setzte diese mit einer der USA gleich.

Im philippinischen Manila tagt derzeit der ASEAN-Verbund zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage in der Region. Hauptthemen sind die Konflikte auf der koreanischen Halbinsel und im Südchinesischen Meer.

China: Tokio erfüllt aufgetragene Mission

Japan nutzte die Gelegenheit, um China eine Militarisierung des Südchinesischen Meeres vorzuwerfen. Der chinesische Außenminister Wang Yi konterte: 

Wir haben den Eindruck, dass ihr eine Mission erfüllen müsst, die euch die Vereinigten Staaten aufgetragen haben. 

Über den Verlauf des Treffens berichtete die japanische Zeitung "Mainichi". Von den USA, Japan und Australien wurde demnach im Vorfeld ein gemeinsames Statement verfasst, dessen Forderungen sich auch China im Südchinesischen Meer beugen soll. Die Regierung Pekings weist dieses Ansinnen jedoch als Einmischung in heimische Gewässer und Territorien von sich. Gegenüber der südchinesischen Morgenpost erklärte Wang Yi: 

Sie können einen Einblick in das gemeinsame Statement nehmen [...] und ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen.

Zuvor hatte China gemeinsam mit den ASEAN-Staaten den Entwurf für einen Verhaltenskodex für Stabilität und Frieden im Südchinesischen Meer ins Gespräch gebracht. Aber diesen wollten die Amerikaner nicht unterzeichnen. 

Im Südchinesischen Meer prallen die Interessen Chinas, der USA, Japans, Malaysias, der Philippinen, Taiwans, Vietnams und Bruneis aufeinander. Es geht um unerschlossene Rohstoffe, Fischereigründe und die Kontrolle des Handels, der sich durch die Gewässer bewegt. Die Amerikaner nutzen die Beziehungen zu ihrem japanischen Verbündeten, um Präsenz zu zeigen. Unter der Zusicherung friedlicher Intentionen patrouillieren sie vor den Toren Chinas.

Trump hält Chinas Anstrengungen für unzureichend

Indessen haben die USA nun China in die Pflicht genommen, Sanktionen gegen Nordkorea zu unterstützen. Präsident Donald Trump war jedoch enttäuscht von den aus seiner Sicht nur unzureichenden Maßnahmen Chinas, um die nordkoreanische Wirtschaft zu schädigen. Die ASEAN-Staaten hatten Nordkorea wiederholt dazu aufgefordert, Raketentests einzustellen.

An der Zusammenkunft in Manila nehmen auch die Außenminister der USA und der Russischen Föderation, Rex Tillerson und Sergei Lawrow, teil. Der ASEAN-Verbund besteht seit nunmehr 50 Jahren. Zur Sprache kamen bei dem Treffen auch die neuen US-Sanktionen gegen Russland, aber auch die Syrien-Krise. Sergej Lawrow wurde von Rex Tillerson gebeten, Moskaus Reaktion zu erläutern. Nach neuen US-Sanktionen gegen Russland, die bestehende Sanktionen noch zusätzlich ausweiten sollen, entschied Moskau seinerseits, die Zahl der zugelassenen US-amerikanischen diplomatischen Vertreter im Land um 755 Personen zu kürzen. Sergei Lawrow hierzu: 

Eigentlich hatte ich die Situation bereits anlässlich des Interviews von Wladimir Putin für den Fernsehsender Rossija erörtert. Dort war alles detailliert gesagt worden. Auch die Gründe jener Entscheidungen haben wir erklärt, die wir nach dem langen Warten darauf getroffen hatten, dass die USA doch nicht den Konfrontationsweg beschreiten würden.

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