UN-Botschafterin der USA zu Nordkorea: "Zeit für Gespräche ist vorbei"

UN-Botschafterin der USA zu Nordkorea: "Zeit für Gespräche ist vorbei"
Der Start der am Freitag gezündeten Hwasong-14-Rakete wird auf einem großen Bildschirm in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang übertragen.
Nachdem Nordkorea erneut einen Raketentest durchgeführt hat, reagierten die USA und ihre Verbündeten ihrerseits mit einer Demonstration militärischer Stärke. Die UN-Botschafterin der USA erklärt nun, die Zeit für Gespräche sei vorbei. Washington will vor allem China stärker in die Pflicht nehmen.

Nach dem jüngsten Test einer ballistischen Rakete durch Nordkorea kochen die Spannungen erneut hoch. Die Zeit für Gespräche über Nordkorea sei „vorbei“, erklärte die UN-Botschafterin der USA. Laut Nikki Haley sei eine weitere schwache Resolution des UN-Sicherheitsrates „weniger wert als nichts.

Haley betonte, eine „weitere Resolution des Sicherheitsrates, die den internationalen Druck auf Nordkorea nicht wesentlich erhöht, hat keinen Wert“ und sende „die Botschaft an Nordkoreas Diktator, dass die internationale Gemeinschaft nicht willens ist, ihn ernsthaft herauszufordern“, zitiert AFP die UN-Botschafterin. Sie fügte hinzu: „Die Zeit für Gespräche ist vorbei.“ Haley drängt China, sich zu entscheiden, „ob es endlich dazu bereit ist, diesen entscheidenden Schritt zu gehen“.

Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump in einem Tweet Peking vorgeworfen, in der Nordkorea-Frage nur zu reden und nichts zu tun. Dabei könne China laut Trump „dieses Problem einfach lösen“. Peking verwahrte sich gegen den Vorwurf des US-Präsidenten.

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Bereits Mitte Juli hatte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärt, dass „bestimmte Leute“ in der Nordkorea-Frage den Einfluss Chinas „übertreiben“ und sich einer „China-trägt-die-Verantwortung“-Theorie bedienten. „Das zeigt entweder das Fehlen einer vollständigen und korrekten Kenntnis des Problems, oder es regiert dabei der Hintergedanke, die Verantwortung zu verschieben“, sagte Geng Chuang.

Moskau warnt vor Übertreibung der Gefahr

Haleys Aussage erfolgte einen Tag, nachdem der russische stellvertretende Außenminister Sergei Rjabkow Washington gedrängt hatte, die Bedrohung durch Nordkorea nicht zu übertreiben, da „wir Jahre von einem Moment der Waffenfähigkeit entfernt sind“.

„Was sie testen sind ziemlich primitive Vorrichtungen, die Monate für die Vorbereitung benötigen und bei denen es sich im Wesentlichen um Ausrüstung handelt, die mit allen möglichen Drähten und zusätzlichen Elementen versehen ist, die nicht einfach auf irgendeine Rakete gepflanzt werden kann“, sagte er. Ryabkow merkte zudem an, dass Russland die Angelegenheit für „sehr ernst und gefährlich“ halte. Er betonte aber, dass alle Schritte der internationalen Gemeinschaft verhältnismäßig ausfallen sollten.

Nordkoreanische Soldaten hinter einem Grenzzaun der nordkoreanischen Stadt Sinuiju, 31. März 2017.

Am Sonntag hatte der nordkoreanische Führer Kim Jong-un erklärt, dass das Raketensystem seines Landes nun in der Lage sei, „beliebige Regionen und Orte zu beliebigen Zeiten“ unter Beschuss zu nehmen. Die Reichweite der Raketen erstrecke sich bis in das „gesamte“ Festland der USA. 

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Laut dem russischen Militär handelte es sich bei der am Freitag von Pjöngjang getesteten Rakete um eine ballistische Mittelstreckenrakete (IRBM). Das habe die Datenauswertung des Raketenwarnsystems ergeben. Die USA und Südkorea sprechen dagegen von einer ballistischen Interkontinentalrakete (ICBM). Eine IRBM hat eine Reichweite zwischen 3.000 und 5.500 Kilometern, während eine ICMB Ziele in über 10.000 Kilometer Entfernung treffen kann.

Nicht nur Nordkorea, auch die USA und ihre Verbündeten demonstrierten am Wochenende Stärke: Am Sonntag überflogen zwei strategische US-Langstreckenbomber vom Typ Rockwell B-1 Lancer die südkoreanische Halbinsel, begleitet von japanischen Kampfjets. Unmittelbar nach dem nordkoreanischen Raketenstart feuerten die USA und Südkorea zudem bei einem Manöver ballistische Kurzstreckenraketen ab.