Spalterische Berichterstattung: Afghanische Journalistennetzwerke kritisieren BBC

Spalterische Berichterstattung: Afghanische Journalistennetzwerke kritisieren BBC
Najib Sharifi, Leiter des afghanischen Journalistennetzwerkes AJSC, auf einer Pressekonferenze am 25. Juli 2017
Der britische Sender verstoße gegen verschiedene Prinzipien des Journalismus. So berichtet die BBC von konfessioneller Trennung, wo es diese nicht gibt, fördere Spaltung und damit die Gewalt im Land. Diese Kritik übten gleich zwei Sprecher afghanischer Journalisten-Netzwerke.

Afghanische Journalisten-Netzwerke wie der Afghanistan-Journalisten-Sicherheitsausschuss (AJSC) kritisierten die Arbeit der British Broadcasting Corporation stark, vor allem für die spalterische Berichterstattung über das Land. Auf diese Weise polarisiere der britische Fernsehsender die kriegsgeschüttelte Bevölkerung des Afghanistans.

Wie afghanische und iranische Medien berichten, ging es um BBC-Berichte, in denen in Gebietsteile von Afghanistan nach Religionszugehörigkeit genannt wurden, dies stehe im Widerspruch zu den Prinzipien des Journalismus, auch weil es nicht ganz zutreffe. 

Auf einer Pressekonferenz mit dem Titel "Gewalt gegen afghanische Journalisten" in Kabul sagte Najib Sharifi, der Leiter des AJSC, die Regionen in Afghanistan seien nicht nach Konfessionen getrennt, es gebe beispielsweise keine sunnitischen und schiitischen Gebiete in Kabul.

Keine Zwietracht im Land säen

Man könne nicht jede Gegend einer Religion oder einem einzelnen Stamm zuordnen. Najib Sharifi hält das fürfalsch. Afghanistan sei nicht der Irak. Daher lasse sich mit der künstlichen Aufteilung auch keine Zwietracht zwischen Sunni und Schia Muslimen säen.

Afghanische Flüchtlingskinder (Archivbild)

Außerdem habe die BBC einseitig berichtet. Das ging soweit, dass die Berichterstattung in Afghanistan gewaltfördernd wirkte.

Auch der Sprecher des Instituts für unabhängigen Journalismus in Afghanistan Mujib Khalvatgar kritisierte die BBC für ähnliche Spalterei, als es um einen Selbstmordangriff auf eine Moschee ging. Das sorgte im Anschluss für zwischenkonfessionelle Spaltungen:

In diesem Fall berichtete der BBC explizit über eine schiitische Moschee in Westkabul, die von Terroristen angegriffen wurde.“ 

Von einem Sender wie der British Broadcasting Corporation habe man etwas mehr journalistisches Gespür verlangt, meinte Sharifi. Afghanistan verbiete es sich, dass konfessionelle Spaltungen in die Gesellschaft von Außen eindringen.

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