Erste Al-Qaida Zelle im Kaschmir bekanntgegeben

Erste Al-Qaida Zelle im Kaschmir bekanntgegeben
Bisher hatten Auseinandersetzungen im Kaschmir vor dem Hintergrund des Separatismus stattgefunden. Jetzt formiert sich dort ein Al-Qaida -Ableger
In dieser Woche verkündete das Terrornetzwerk al-Qaida die Gründung einer neuen Terrorzelle im Kaschmir. Bisher stand dort der Separatismus im Vordergrund. Der neu ernannte lokale Anführer, Zakir Musa, distanziert sich von dem lokalen Anlass und ruft neben der Befreiung von 'indischer Unterdrückung' zum Dschihad auf.

Die neue Terrorzelle im Kaschmir, Ansar Ghawzat-Ul-Hind, wurde in dieser Woche über die Global Islamic Media Front, dem al-Qaida Informationsnetzwerk verkündet. Zakir Musa, der 23-jährige neu ernannte Anführer der al-Qaida-Zelle soll einer neuen Generation von Kämpfern angehören, welche seit längerem über soziale Medien den Aufstand gegen die indische Kontrolle der Region anstacheln.

Kaschmir ist seit mehreren Jahrzehnten Schauplatz von teils gewaltsamen Auseinandersetzungen und separatistischen Bestrebungen der muslimischen Mehrheit unter indischer Kontrolle.  Bisher war nicht bekannt, dass Milizen aus der Region ein Ziel über das lokale verfolgen und mit al-Qaida verbunden waren. Bereits 2014 hatte al-Qaida versucht, Muslime in der Himalaya-Region für den Dschihad gegen indische Unterdrückung zu gewinnen, die Kampagne erhielt jedoch ungenügend lokale Unterstützung.

Doch Beobachter stellten seit einigen Jahren eine ideologische Verlagerung zu radikaleren Motiven fest. Bereits im Jahr 2015 hatte Burhan Wani sich für die Errichtung eines Kalifats im Kaschmir ausgesprochen. Nach dessen Tod im vergangenen Jahr wurde Musa sein Nachfolger und zeichnete sich durch gar schärfere Rhetorik aus. Auch Wani wurde, trotz seines Ablebens, in der Ankündigung der neuen Terrorzelle erwähnt.

In indischen Medien, wie der dem Kongress nahestehenden Hindustan Times, heißt es, Musa habe sich seit längerem von anderen Kämpfern mit Rufen nach “Scharia und dem Sahadat Slogan” hervorgetan.

Musa ruft zu Distanz vom ursprünglichen Ziel, dem Separatismus, auf. Nationalismus sei im Islam verboten. Zudem erklärte er den Dschihad mit Pakistan im April diesen Jahres, da dieses nicht muslimisch sei.

Während die Hoffnungen auf einen politischen Dialog mit dem zunehmend nationalistischen Delhi schwinden, scheint der Zuspruch in der Region für die um die 210 militanten Kämpfer im Kaschmir zu wachsen.

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Kurz vor dem Treffen von US-Präsident Trump mit dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi im Juni diesen Jahres bezeichnete Donald Trump den Anführer der Hizbul-Mudschaheddin, Syed Salahuddin als internationalen Terroristen. Damit einher ging eine Botschaft an Pakistan als mutmaßlicher Terrorunterstützer. Im eigenen Land wird Salahuddin als Freiheitskämpfer angesehen.

Der Sprecher des indischen Außenamtes, Gopal Baglay, begrüßte die US-amerikanische Unterstützung der eigenen Position und betonte, die Unruhen im Kaschmir seien auf Pakistans Politik zurückzuführen und dass Indien und die USA den gemeinsamen Feind des globalen Terrorismus hätten.

Traditionelle Separatisten distanzierten sich erst im Mai diesen Jahres deutlich von globalen Terrornetzwerken. Stattdessen sei die indische Politik verantwortlich für das Chaos in der Region

Die politischen Entscheidungsträger in Delhi versuchen, Chaos und Verwirrung in Jammu und Kaschmir zu schaffen. Gruppen wie der IS und Al-Qaida haben nichts mit unserem Kampf zu tun und sind in Jammu und Kaschmir nicht vorhanden"

Um die 100 Zivilisten wurden in den vergangenen Monaten bei Protesten und wie Burhan Wani von indischen Sicherheitskräften getötet. Acht Hindu-Pilger wurden in diesem Monat getötet, als ihr Bus von den Militanten unter Feuer kam. In diesem Monat kamen acht Hindu-Pilger ums Leben, als ihr Bus von den Milizen angegriffen wurde. Die Wahlbeteiligung bei den Wahlen im April war auf einem Rekordtief.