Grund zum Feiern? Thailands neuer Monarch feiert Geburtstag und hofft auf den Jubel des Volkes

Grund zum Feiern? Thailands neuer Monarch feiert Geburtstag und hofft auf den Jubel des Volkes
Ein Porträt des thailändischen Königs Maha Vajiralongkorn (Rama X) vor einem Einkaufszentrum anlässlich seines 65. Geburtstags in Bangkok, Thailand, 26. Juli, 2017
Der neue König Thailands wird 65 Jahre alt. Nach dem Tod seines Vaters, dem beliebten König Bhumibol, bestieg er den Thron. Bei seinen Untertanen galt er zuvor als Partyheld, der sich im Ausland vergnügte und wenig für sein Land interessierte.

Seit acht Monaten ist der neue König, der Rama X genannt wird, im Amt. In dieser Zeit gab es wenig Kontakt mit dem thailändischen Volk, welches 67 Millionen Einwohner zählt. Nur Porträts in den Straßen, Behörden und Schulen zeugen von dem neuen Monarchen. Seit dem Jahr 1782 regiert die Chakri-Dynastie. 

Der heutige Freitag wurde zu einem Feiertag erklärt und die thailändische Bevölkerung soll die Nationalflagge hissen. Hinter vorgehaltener Hand wurde Rama X, der einzige Sohn Bhumibols, als Vetter von Prinz Charles bezeichnet, da er 44 Jahre lang nur Kronprinz war. Seine Mutter bestätigte den Ruf seines ausschweifenden Lebens: 

Mein Sohn hat etwas von einem Don Juan. Frauen finden ihn interessant, und er findet Frauen noch interessanter.

König Thailands Vajiralongkorn.

Das Vermögen von Rama X wird auf 35 Milliarden Euro geschätzt. Sein zwölfjähriger Sohn studiert in Bayern. Noch immer gilt in Thailand das Gesetz der Majestätsbeleidigung, die mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet wird. Auch unter Rama X wird sich hier allem Anschein nach nichts ändern. Im Juni erhielt ein Mann 70 Jahre Haft für Einträge bei Facebook. 

Seit dem Jahr 2014 regiert wieder das Militär, die absolute Monarchie gibt es nicht mehr. Aber Rama X hatte angekündigt, seine Macht ausweiten zu wollen und forderte drei Verfassungsänderungen. Demnach bedarf es keiner Vertretung seiner Person, wenn sich der jetzige Herrscher im Ausland befindet. Offiziell gekrönt wurde Rama X noch nicht. 

Die Vereinten Nationen bezichtigen die thailändische Militärregierung, eine Kultur der Folter zu praktizieren - und dies, obwohl Thailand Mitglied der Vereinten Nationen ist und internationalen Abkommen gegen die Folter angehört.

Die Anschuldigungen gegen die Militärregierung in Bangkok reichen von Schlägen, Ersticken durch Plastiktüten und Elektroschocks bis hin zum Waterboarding, dem Scheinertränken. Die thailändischen Militärs weisen alle Anschuldigungen von sich. Das Justiz-Ministerium in Thailand hatte jahrelang an einem Gesetzentwurf gefeilt, um die Folter wirksam unter Strafe zu stellen. Dieser wurde jedoch letztlich von den Militärs gekippt. 

(rt deutsch/dpa)

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