Taiwan will sich gegen China verteidigen, ignoriert jedoch seine Unterlegenheit

Taiwan will sich gegen China verteidigen, ignoriert jedoch seine Unterlegenheit
Ein Marine-Soldat der Taiwanesischen Armee präsentiert seine Kampfkunstfähigkeiten auf dem Stützpunkt in Kaohsiung, Taiwan 13. Juli, 2017
In den vergangenen Tagen flogen chinesische Kampfjets unweit Taiwans, um Übungen abzuhalten. Angestachelt durch die Nähe des chinesischen Militärs sieht sich Taiwan kampfbereit. Aber auch der Waffendeal mit US-Präsident Trump kann die Unterlegenheit gegenüber China nicht wettmachen.

Es war eine ungewohnt deutliche Antwort Taiwans, mit der das kleine asiatische Land an diesem Dienstag seine Kampfbereitschaft gegen China signalisiert hat. Diese folgte auf Flugmanöver chinesischer Kampfjets unweit des taiwanesischen Festlandes.

Der militärische Sprecher Taiwans, Chen Chung-chi, in einer Pressekonferenz: 

Die Volksbefreiungsarmee hat nie aufgegeben, die Probleme durch den Einsatz militärischer Stärke zu lösen. Wir glauben an den Frieden. Wir werden nichts initiieren, was zum Krieg führt. Aber wir werden angesichts von Drohungen nicht zurückweichen." 

Die militärische Stärke Taiwans liegt aber weit hinter dem chinesischen Potential. Auch der jüngste Waffenhandel, den US-Präsident Trump mit Taiwan abgeschlossen hat, wird hieran nichts ändern. Gegenüber RT Deutsch wies der Asien-Experte Barrett McCormick auf den Expansionsversuch Chinas im Südchinesischen Meer hin, den Taiwan mit Sorge betrachtet.

Die nur 23 Millionen zählende Bevölkerung Taiwans aber zeige nur wenig Interesse an der Verwendung ihrer Steuergelder zur Finanzierung der Aufrüstung. Ihr sei ein guter Lebensstandard mit einer allgemeinen Gesundheitsversorgung wichtiger. 

Die Selbstverteidigung Taiwans wird jedoch ohne die Unterstützung der Amerikaner, Japaner und Australier nicht gelingen. Taiwan ringt noch immer um seine Anerkennung als Staat. Trump galt vor Antritt seiner Amtszeit als stärkster Kritiker Chinas und erzürnte durch einem Telefonat mit der neuen Staatschefin Taiwans chinesische Gemüter. Dann aber gab auch er bekannt, die Ein-China-Politik anerkennen zu wollen. Die 2016 gewählte Staatschefin Tsai Ing-wen vertritt eine neue Generation von Taiwanern, die selbstbewusst und eigenständig gegen China agieren wollen. Das erklärte Ziel Pekings ist nach wie vor eine Wiedervereinigung mit Taiwan. 

Am 19. Juli veröffentlichten die chinesischen Xinhua-Nachrichten neue Richtlinien und Verbote in Bezug auf die Berichterstattung und den Umgang mit Taiwan und Hongkong. Bezeichnungen wie die "Regierung Taiwans" sind nun verboten, und die "Nationale Taiwan-Universität" darf nur noch "Taiwan-Universität" genannt werden.