Chinas Notfallplan für einen Krieg um Nordkorea: Im Ernstfall schnell vorrücken

Chinas Notfallplan für einen Krieg um Nordkorea: Im Ernstfall schnell vorrücken
Nordkoreanische Soldaten hinter einem Grenzzaun der nordkoreanischen Stadt Sinuiju, 31. März 2017.
Mit einer neuen Grenzschutzbrigade und Bunkern für Zivilisten bereitet sich Peking auf den Kriegsfall vor. Die Vorbereitungen dienen als Vorsichtsmaßnahme Chinas, um den Norden Nordkoreas einnehmen zu können, bevor es die Amerikaner tun.

Die Regierung Pekings trifft weitere Vorbereitungen für den Fall, dass Nordkorea von Innen zusammenbricht, oder durch die Amerikaner angegriffen wird. Das Wall Street Journal stützt sich bei seinem Bericht auf Überprüfungen offizieller chinesischer Militär- und Regierungswebseiten. 

Immer wieder verurteilte Peking in der Vergangenheit die nordkoreanischen Raketentests. Die Volksrepublik sieht in Kim Jong-un keinen verlässlichen Partner. Ein alter Vertrag bindet Peking bisher an die Verteidigung Nordkoreas, aber es ließe sich aus chinesischer Sicht auch argumentieren, dass Pjöngjang mit seinem aggressiven Verhalten nach außen bereits Vetragsbrüchig geworden ist.

Bereits im Jahr 2006, nach den ersten Raketentests, begann China mit dem Bau eines Grenzzauns. Die Grenze zwischen China und Nordkorea ist 1.420 Kilometer lang. Nun soll eine neue Brigade zum Grenzschutz eine mögliche Massenflucht verhindern. Hinzu kommen 24 Stunden Überwachung mit der Unterstützung durch Drohnen. Neue Bunker sollen die chinesische Bevölkerung vor einem Angriff mit Raketen und Chemiewaffen schützen. 

Xi Jinping und Donald Trump während des G20-Gipfels in Hamburg, Deutschland, 8. Juli 2017.

Der chinesische Verteidigungsminister äußerte sich nicht direkt zur Entwicklung an der Grenze zu Nordkorea. In einer Erklärung schrieb das Verteidigungsminsterium: 

Die chinesischen Truppen unterhalten eine normalen Status der Verteidigungs- und Trainingsbereitschaft an der Grenze. 

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums gab am Montag bekannt, dass ein militärischer Einsatz keine Lösung für die Krise auf der koreanischen Halbinsel sei. Washington und Pjöngjang haben sich in den vergangenen Monaten einen verbalen Schlagabtausch geliefert, in dem sie mit Krieg drohten.

Die Szenerien eines Krieges in der Region wären verheerend. Die Zerstörung der Nuklearanlagen Nordkoreas würden die Region vermutlich für Generationen unbewohnbar machen und unermessliche Schäden für Menschen und Umwelt bedeuten. 

Washington schickte in den vergangenen Wochen immer mehr Kriegsgerät in die Region und probt gemeinsam mit dem südkoreanischen Militär den Angriff auf Nordkorea. Das Wall Street Journal zitiert Mark Cozad, einen ehemaligen Beamten des amerikanischen Verteidigungsgeheimdienstes, der sich sicher ist, dass Nordkorea der Ort sei, in welchem die USA und China demnächst aneinandergeraten werden.  

Analysten sehen die Vorbereitungen Chinas auch als eine Vorsichtsmaßnahme den Norden Nordkoreas durch die Regierung Pekings einzunehmen und den Amerikanern damit vorzukommen. Hierdurch würde China ein geeintes Korea vermeiden, welches US-Truppen an der Grenze zu China stationiert. 

ForumVostok