Chinesisches Insel-Kino in politisch unruhigen Gewässern im Südchinesischen Meer

Chinesisches Insel-Kino in politisch unruhigen Gewässern im Südchinesischen Meer
3D-Filmvorführung in Taiyuan, Shanxi Provinz, China, 10. April, 2012.
China eröffnete ein Kino auf einer der Inseln, die Teil des territorialen Streits im Südchinesischen Meer sind. Unweit amerikanischer Kriegsschiffe vergnügten sich die Bewohner bei der ersten Kinovorstellung. Den Auftakt machte ein Film über ein kommunistisches Vorbild.

Das neue Kino auf der Insel, die von den Amerikanern Woody Island und von den Chinesen Yongxing Dao genannt wird, bietet Unterhaltung in 4K und 3D. Einer ersten Vorführung wohnten 200 Soldaten sowie Anwohner bei. Woody Island galt bisher als unbewohnt. Taiwan und Vietnam heben Anspruch auf die Insel, die die grösste im Konflikt des Südchinesischen Meeres ist. 

Die Amerikaner begründen ihre Präsenz in der Region damit, dass sie hier japanische Interessen vertreten. Für China sind die Patrouillen eine Provokation. Unter der Regierung Trumps gab es bereits zwei Patrouillen nahe der Triton-Insel. Rund 1,2 Billionen US-Dollar ist der Handel wert, der sich durch die Gewässer des Südchinesischen Meeres bewegt. Hinzu kommen noch unerschlossene Rohstoffe und wichtige Fischereigründe.

Gezeigt wurde im Insel-Kino der chinesische Film "The Eternity of Jiao Yulu", ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2014. Jiao Yulu war ein chinesischer Politiker, der sich dem chinesischen Kommunismus verschrieb und unter Mao als ein glorreiches Vorbild galt. 

Ein Film pro Woche soll von nun an auf Woody-Island gezeigt werden. Mobile Projektoren sollen auch auf den anderen Inseln Unterhaltung für die Bewohner möglich machen, dies gab der Chef der Hainan-Mediengruppe gegenüber den chinesischen Xinhua-Nachrichten bekannt. Wer aber mit Bewohnern gemeint ist, bleibt unklar. Die Inseln gelten bisher als unbewohnt. 

Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Peking beansprucht 80 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen Gebietes. Untermauert hat Peking seine Ansprüche mit dem Bau künstlicher Inseln, die der militärischen Nutzung dienen. 

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