Chinas Investitionsplan für Nahost: Drehkreuz für Neue Seidenstraße soll in Syrien liegen

Chinas Investitionsplan für Nahost: Drehkreuz für Neue Seidenstraße soll in Syrien liegen
China hat große Pläne für Syrien. Vor dem Hintergrund, dass Damaskus über Jahrhunderte die Landzugänge der alten Seidenstraße zu Europa und Afrika kontrolliert hatte, planen die Chinesen auch für ihr neues Projekt dieser Art ein zentrales Drehkreuz in Syrien.

Am 10. Juli fand in Peking die von der Chinesisch-Arabischen Handelskammer und der syrischen Botschaft organisierte "Erste Projekt-Vermittlungsmesse für den syrischen Wiederaufbau" statt. Nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur Sana nahmen über 1.000 chinesische Wirtschaftsvertreter an der Messe teil.

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Vor vier Jahren gab Chinas Staatschef Xi Jinping die Pläne zum Bau der so genannten Neuen Seidenstraße bekannt. Am Sonntag findet dazu ein wichtiger internationaler Gipfel in Peking statt.

Im Rahmen der Veranstaltung verkündete der Vizevorsitzende der Chinesisch-Arabischen Handelskammer, Qin Yong, dass China zwei Milliarden US-Dollar in einen neuen Industriepark für 150 chinesische Unternehmen in Syrien investieren wird. Die Bekanntgabe dieses Investitionsplans deuten Beobachter auch als "starkes Signal Chinas im Hinblick auf seine geopolitischen Interessen in Syrien".

China, Russland und Iran werden bevorzugt

Imad Moustafa, der syrische Botschafter in China, betonte in seinem Grußwort an die Wiederaufbau-Messe in Peking, dass China, Russland und Iran "absolute Priorität" genießen werden bei der Vergabe von Aufträgen zum Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur nach Ende des Krieges in Syrien.

Diesem Event wird vom 17. bis 26. August die "Internationale Damaszener Messe" in Damaskus folgen, an der 30 Länder teilnehmen werden und auf der China ebenfalls eine bedeutende Rolle spielt. Im September steht dann die Chinesisch-Arabische Messe in Yinchuan in der Provinz Ningxia Hui an.

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Das neue Seidenstraßenprojekt der chinesischen Regierung unter dem Namen "One Belt One Road Initiative" (OBOR) sieht nach Informationen von RT Deutsch eine Drehkreuzfunktion für Syrien vor. Neben Investitionen in die zerstörte Infrastruktur als erstem Schritt stehen Investitionen in neue Landwirtschafts- und Industrieprojekte sowie der Aufbau einer neuen Verkehrsinfrastruktur an. Diese soll Transportkorridore in den Irak und Iran schaffen, zwei weitere zentrale Drehkreuze in der Projektplanung für die OBOR.

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Wenig bekannt ist zudem, dass China bereits vor Beginn des Krieges in Syrien Milliardenbeträge in die Öl- und Gasindustrie des Landes investiert hatte.

Pläne für Containerroute Shanghai-Latakia

Bereits zu den Hochzeiten der Seidenstraße spielte Syrien eine Schlüsselrolle innerhalb des Netzes an Karawanenstraßen. Zunächst erfüllte Palmyra nach der Wüstendurchquerung der Karawanen diese Drehkreuzfunktion, vor allem für die Produkte auf ihrem Weg nach Rom. Nach dem Niedergang Palmyras etablierte sich eine zweite Route, den Euphrat flussaufwärts folgend via Aleppo und Antiochia am Orontes.

China hat seine geopolitischen und geoökonomischen Interessen in Syrien und im Nahen Osten bereits klar definiert und arbeitet an der Etablierung einer Nahost-Dreiheit, bestehend aus Iran, Irak und Syrien, als Drehkreuz für das neue Seidenstraßenprojekt. Die Asia Times hat bereits Wetten ausgegeben bezüglich der Aussicht auf eine zukünftige "boomende Containerroute Shanghai-Latakia".

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