Südchinesisches Meer: China protestiert gegen Flüge von strategischen US-Langstreckenbombern

Südchinesisches Meer: China protestiert gegen Flüge von strategischen US-Langstreckenbombern
Am Freitag überflogen zwei US-Langstreckenbomber vom Typ b-1B Lancer das Südchinesische Meer. (Symbolbild)
Am Freitag überflogen zwei Langstreckenbomber der US-Luftwaffe das umstrittene Südchinesische Meer. Peking sieht dadurch seine Sicherheit gefährdet und legt Protest ein. Auch in Bezug auf den Umgang mit Nordkorea stehen die Zeichen auf Konfrontation.

Der Flug zweier US-Langstreckenbomber über das Südchinesische Meer löst scharfen Protest Pekings aus. Die von den USA dabei geltend gemachte Navigationsfreiheit sei nur ein Vorwand. China sieht seine Sicherheit durch den Flug der Langstreckenbomber gefährdet: 

China weist die Haltung einzelner Länder entschieden zurück, die unter dem Banner der Navigationsfreiheit Überflüge durchführen, um damit ihre militärische Stärke zur Schau zu stellen und Chinas Souveränität und Sicherheit zu schaden.

Die Stellungnahme Pekings erfolgte, nachdem die USA zuvor am Freitag bestätigten, dass zwei Bomber des Typs Rockwell B-1 Lancer vom Luftwaffenstützpunkt auf der westpazifischen Insel Guam gestartet waren, um über das umstrittene Südchinesische Meer zu fliegen. Vor dem Überflug nahmen die Maschinen an einer gemeinsamen Übung mit Japan über dem Ostchinesischen Meer teilt. Es war das erste Mal, dass beide Länder eine gemeinsame Nachtübung exerzierten.

Peking erhebt Gebietsansprüche auf den Großteil des Südchinesischen Meeres, die im Konflikt stehen mit Ansprüchen der Anrainerstaaten Vietnam, Brunei, Malaysia, den Philippinen und Taiwan.

China verurteilt Manöver von US-Zerstörer im Südchinesischem Meer

In den vergangenen Wochen haben die USA in der Seestraße mehrere Einsätze mit Langstreckenbombern im Rahmen der Navigationsfreiheit durchgeführt. Ein Kriegsschiff der US-Marine führte zudem eine Manöverübung in der Nähe einer von China künstlich errichteten Insel durch – Berichte sprechen von einem Abstand von lediglich zwölf Seemeilen (22 Kilometer).

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Streit wegen Umgang mit Nordkorea

Der Überflug am Freitag ereignete sich kurz vor der Zusammenkunft von US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Hamburg. Es wird erwartet, dass die beiden Regierungschefs dabei über den Umgang mit Nordkorea diskutieren werden.

Trump hatte Peking wiederholt dazu gedrängt, seine Position als ökonomische Lebensader Nordkoreas zu nutzen, um Druck auf die Staatsführung in Pjöngjang auszuüben. Am Mittwoch gab der US-Präsident in einem Tweet zu Erkennen, dass er das Zustandekommen einer Kooperation mit China in dieser Frage für unwahrscheinlich hält:

„Der Handel zwischen China und Nordkorea wuchs im ersten Quartal des Jahres um fast 40 Prozent. So viel zum Thema, dass China mit uns zusammenarbeitet – aber wir mussten es zumindest versuchen“, schrieb der US-Präsident.